Von Mistkerlen und Muttertieren

Irgendwie scheint es sich langsam wirklich überall herumgesprochen zu haben, dass es Kindern und der Geburtenrate nicht gut tut, einseitig ein Geschlecht in Gesetzen und Rechtsprechung zu bevorteilen. Nachdem in den Tagen um den Vatertag dieses Jahr – wie schon erwähnt – erstaunlich viel Sendezeit der männlichen Gleichberechtigung in Erziehungsfragen zur Verfügung gestellt wurde, wird sich auch in den Printmedien ausgiebig dem Thema sexuelle Diskriminierung von Vätern gewidmet. Selbst die taz, welche das Thema „Gleichberechtigung“ in der Vergangenheit eher über „weibliche Benachteiligung am Arbeitsmarkt“ definierte und entdeckt plötzlich auch die männliche Diskriminierung im Familienrecht („Derjenige, der die Kinder kürzere Zeit betreut, und sei es nur ein Tag weniger, zahlt trotzdem den vollen Unterhalt.“). Männer werden langsam als erziehender Elternteil gesellschaftsfähig. zu mindestens bei einem Großteil der Medienlandschaft Ein einsamer Rufer scheint noch für die alleinerziehenwollenden Mütter gerne in die Bresche zu springen. Gunnar Schupelius, der Hassprediger der BZ, dessen Ansichten meist so rückständig und unreflektiert sind, dass man den Eindruck bekommt, sein Papi hätte ihm nicht beigebracht, dass die Welt manchmal nicht so einfach ist. Auf seinen Youtube Videos wirkt er so, als würde er immer noch auf Muttis Dachboden wohnen und von ihr die Frisur und Kleidung für öffentliche Auftritte ausgesucht bekommen. Aber hier soll nicht über die zweifelhafte „journalistische“ Arbeit des Herrn Schupelius gesprochen werden, der mit seiner griffigen Formel „Väter-Krieg zerstört das Leben der Kinder“ ein sehr zweifelhaftes Rechtsverständnis und eine besondere fachliche Inkompetenz beweist. Das schöne an solchen plumpen Polarisierungsversuchen ist, dass all diese Muttertiere, die jahrelang gut von der Opferindustrie gelebt haben, umgehend in den Internetforen aus den Löchern gekrochen kommen, und ihre Schauergeschichten zur Schau tragen. Und man spürt förmlich ihre Angst, weil sie ihre Felle davon schwimmen sehen, jetzt wo der Gesetzgeber langsam anfängt Gleichberechtigung  nicht nur im Arbeitsrecht zu thematisieren, sondern auch im Familienrecht. Wenn man sich ihre Leidensgeschichten anhört, in denen die Väter keine Freizeitbeschäftigung zu haben scheinen als das Sorgerecht zur Misshandlung von Mutter und Kind zu missbrauchen, muss man glauben, dass diese armen um ihre Kinder besorgten Mütter jetzt schutzlos den bösen Heerscharen von stalkenden, kindesmisshandelnden Mistkerlen überlassen werden. Am besten erinnert Mann sich in solchen Diskussionsrunden an das alte Humphres Bogart Zitat: „Ein kluger Mann widerspricht nie einer Frau“ vor allem nicht wenn sie solch einen Mist von sich geben:

„Das rächt sich nun aber gerade jetzt auch an Müttern, die sich beispielsweise auf Männer eingelassen haben, die später sogar gewalttätig gegenüber Kind und/oder Mutter wurden. Da schiebt der Gesetzgeber keinen Riegel vor, NEIN, ganz im Gegenteil, Kind und Mutter sind diesen Vätern schutzlos ausgeliefert.“

„Er wartet, bis sie es selbst tut“, wenn sie ihre eigene Lebenssituation wie folgt beschreiben:

„Der Vater bekommt irgendwann begleiteten Umgang, wenn dem Jugendamt mal danach ist So ist jetzt alles gekärt!“

Ja ist geklärt, denn offensichtlich funktioniert die Einzelfallprüfung ziemlich gut, so dass wir aufgrund von traurigen Einzelschicksalen keine Pauschalverurteilungen eines ganzen Geschlechtes bräuchten. Wenn ich mich nämlich bei den Müttern ebenso mit der einer ebenso voreiligen Verallgemeinerung an die Forderung von Gesetzen machen würde, würde das Kind nach der Geburt erst mal vom Jugendamt in Obhut genommen werden, bis die Mutter bewiesen hat, dass sie die sittliche Reife und Bindungstoleranz hat, dass Sorgerecht auch wirklich im Kindeswohlinteresse auszufüllen. Und wenn Mann dann in solchen Diskussionen so einen sexistischen Schmonzes lesen muss wie:

„Seit Anbeginn der Menschheit und im gesamten Säugereich spielt die Mutter eine übergeordnete Rolle. Diese Tatsache kann kein Vater der Welt und auch kein Familienrichter einfach unter den Tisch kehren. Das wäre einfach nur wider der Natur!“

Oder

„eine mutter und ein kind zu trennen ist das grösste verbrechen der menschheit. der vater ist mit der mutter nicht gleichzusetzen.“

dann halte ich doch endlich mal eine Sexismus-Debatte für überfällig, wo es nicht darum geht, dass zu 90 % Heususen ihre Unfähigkeit mit dem Umgang männlicher Andersartigkeit zur Schau stellen, sondern wo man einfach mal drauf schaut, wo Gesetze und Rechtssprechungen Menschen wegen ihrer primären Geschlechtsorgane benachteiligen, und ich fürchte dann werden wir relativ schnell feststellen, dass sexuelle Diskriminierung heute eher ein Problem von Männern ist. Ich persönlich finde es auf jeden  Fall immer wieder faszinierend, wenn Muttertiere mit so etwas wie dem Mythos vom Mütter-Gen kommen. Klar gibt es Unterschiede zwischen Vätern und Müttern, aber in einer Zeit wo es kaum noch Großfamilien gibt und Frauen somit in ihrer frühen Sozialisation auch keine wirkliche Gelegenheit bekommen haben einen Vorsprung an Erfahrung mit Kleinkindern aufzubauen, gibt es auf weiblicher Seite nichts an Erziehungskompetenz, was Männern nicht auch in drei Wochen lernen würden, wenn man sie lassen würde. Woher ich das weiß? Weil ich eine Beziehung erlebt habe, wo es genau umgekehrt lief. Meine ex-Frau hatte als Nesthäkchen, bis zu Geburt unseres Sohnes kaum Kontakt zu neugeborenen Kindern gehabt. Ich bin mit zwei 11 und 12 Jahre jüngeren Halbschwestern gesegnet, von denen ich die eine teilweise als Vaterfigur mit groß gezogen habe. Meine Mutter hat mir schon in der Entbindungsklinik beigebracht, wie man einem kleinen Mädchen die Windel wechselt, ohne dass sie sich anschließend eine Blasenentzündung holt. Ich habe ihr Laufen und Fahrradfahren beigebracht. Ich wusste lange vor meiner Frau wie man mit Kindern umgeht, wie man sie beruhigt, und was solche Muttertiere sonst gerne noch ihren Genen zuschreiben. Nein es liegt nicht in den Genen. Es ist alles eine Frage der Routine und des Interesses und diese Muttertiere sollten sich einfach mal klar machen, dass es nicht im Interesse der Kinder ist, wenn sie den Vater die Erfahrung nicht gewinnen lassen. Sollten diese Muttertiere an einer selbstverantwortlichen Gleichberechtigung interessiert sein, wo sie sich nicht immer wieder Sündenböcke suchen müssen, um sich ihr scheitern zu rechtfertigen, wäre es auch in ihrem ureigensten Interesse, dass sich die Väter diese Kompetenz aufbauen, denn je mehr der Vater sich in die Erziehung einbringen kann, desto weniger ausreden hätte sie dafür nicht selber für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Aber vielleicht ist das der Hauptgrund, weshalb sich viele dieser Muttertiere weigern Verantwortung abzugeben und weshalb sie sich so sehr bemühen den Vater als inkompetenten Kindeswohlgefährder zu stigmatisieren. Vermutlich wäre nichts schlimmer, als wenn sie mit den gleichen Voraussetzungen (wie im paritätischen Wechselmodell) die gleichen Möglichkeiten hätten der Karriere nachzugehen, und er sich im Berufsleben doch besser beweist und die Kinder sich bei ihm womöglich trotzdem wohl fühlen. Ich kann verstehen, dass das ans Eingemachte geht, und ich vermute, da sind wir viel eher beim Problem vieler dieser Muttertiere. Kinder und Doppelbelastung können natürlich eine hervorragende Legitimation zum Scheitern sein, und grundlegende Selbstzweifel verhindern. Dass man dafür allerdings seine Kinder als Sündenbock missbraucht, na ja darüber muss man natürlich hinweg sehen können. Letztendlich haben diese Kinder es verdient sich ihr eigenes Bild von beiden Eltern zu machen und letztendlich wird das der einzige Weg sein, wie wir aus dieser Dauerschleife herauskommen, welche unsere Gesellschaft seit dem zweiten Weltkrieg kontinuierlich zu einer vaterlosen macht. Mädchen müssen in ihrer frühkindlichen Phase das vertrauen lernen, dass die Andersartigkeit des Vaters keine Bedrohung sondern eine Chance ist, denn letztendlich ist es das worum es in einer sexismusfreien Familienpolitik gehen muss: Nicht alle gleich zu machen, sondern „anders“ nicht mit „besser“ oder „schlechter“ gleich zu setzen. Ein Kind braucht keine zwei Mütter (die sich nur darin unterscheiden, dass die eine einen Penis hat), ebensowenig wie zwei Väter. Ein Kind braucht einen Vater und eine Mutter , und daran dass diese nicht immer das gleiche machen und alles gleich gut finden, sind schon die Kinder in den letzten 20.000 Jahren nicht gestorben sondern stark geworden. Der Liebe Gott hat sich nicht Millionen von Jahren Evolution Zeit gelassen um ein Sozialisationskonstrukt zu entwerfen, von dem 50% überflüssig sind. Und wenn Vater und Mutter dieses Konstrukt schon nicht mehr als Paar tragen wollen, so sollten sie doch das Verantwortungsbewusstsein haben, es wenigstens als Eltern weiter zu tragen.

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4 Antworten auf “Von Mistkerlen und Muttertieren”

  1. Danke für den tollen Artikel zum Thema Väter und Mütter. Weiterhin Viel Erfolg mit der Seite wünscht vaterlos.eu die Initiative von Vätern und Müttern für Kinder!
    Vater Los! Kümmer Dich um Deine Kinder
    Stoppt eine vaterlose Gesellschaft!

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