Mein Coming Out

Okay, nachdem Emma Watson es vor der UN noch einmal so schön auf den Punkt gebracht hat: „Feminismus hat das Ziel die Ungleichbehandlung der Geschlechter zu beenden.“ da muss es einfach rauslassen, auch wenn es vielleicht immer offensichtlich war: Ja ich bin ein Feminist. Ich hoffe, das darf man als Mann. Ich finde es ganz toll, wenn Frauen sich zukünftig ihre Partner nach dem Charakter und der Frage aussuchen, ob er wohl gut mit den Kindern umgehen kann, und nicht mehr danach, ob er auch in der Lage ist den Einkommensverlust zu kompensieren, wenn sie nach der Geburt erst mal zu Hause bleiben will. Ich würde es wirklich bevorzugen wenn Elternzeit gleichberechtigt genommen werden kann, ohne die Familie an den rand des Ruins zu führen, oder satt der guten Papmpers künftig immer das No Name-Produkt aus dem Discounter kaufen zu müssen. Meine Herren, ich spreche da aus Erfahrung, wenn ich sage: „Die Tatsache, dass ich für meine Kinder da bin, ist eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens“.Letztendlich ist der Grund weswegen Männer heute so wenig zu Hause bleiben, kein zeichen Patriarchaler Unterdrückung sondern eher, weil die Situation gegenwärtig so ist, dass Frauen sich meist jemanden suchen, der etwas mehr verdient, was für die Frage, ob Papa oder Mama Zuhause bleibt doch leider meist eine recht einfache wirtschaftliche Antwort bietet, wie ich es schon bei „Wenn Rechenkönige Elterngeld berechnen“ festgestellt habe. Ich persönlich finde hier eine Gleichstellung eine ganz tolle Sache, denn es würde Männern wenigstens die theoretische Möglichkeit schaffen, frei zu entscheiden, ob sie Rollenkonform lieber den Familienernährer geben oder lieber Papa sind (oder vielleicht auch beides). Wäre eine Supersache, aber wie gesagt, dafür müssten Frauen von der – gerade für Akademikerinnen zunehmend problematischen – Haltung runter kommen, dass der Partner besser verdienen und sozial höher gestellt sein soll. Dann müsste vielleicht auch eine Akademikerin mal drüber nachdenken einen Hausmeister zu ehelichen. Ich glaube sowieso, dass der Feminismus hier nur ein echtes Marketing Problem hat, gerade wenn man sich das Familienrecht anschaut, wäre ein Streben nach Gleichberechtigung ein echtes Gebiet wo FeministInnen beim männlichen Geschlecht nach Support wildern könnten. Wie Emma Watson es schon auf den Punkt gebracht hat: „Mein Vater hat nie die soziale Achtung erfahren, wie meine Mutter, obwohl ich ihn genauso dringend brauchte.“ Eigentlich müssten die FeministInnen VorreiterInnen sein bei der Forderung nach dem Wechselmodell, und mal davon runter kommen den Eindruck zu erwecken Rosinenpickerei zu betreiben, weil sie gar kein Problem damit haben, wenn sich nach der ersten Geburt gut ausgebildete Frauen plötzlich wieder in Rollenmuster der Nachkriegszeit zurückfallen. Schließlich ist das Wechselmodell das Modell bei dem die Unvereinbarkeit von Arbeit und Familie am besten auf beide Geschlechter abgewälzt wird. Noch schön wäre es natürlich, wenn einfach mal in Deutschland auch eine Arbeitskultur wie in den Skandinavisachen Ländern einziehen würde, wo Meetings vor 16 Uhr abgehalten werden, damit auch Führungskräfte sagen können, „Ich muss mal los meine Tochter aus dem Kindergarten holen“, und sich dann Abends lieber noch mal zwei Stunden an den Laptop setzen um Emails zu bearbeiten oder Präsentationen vorzubereiten, wenn die Kinder schon schlafen. . Deutsche Präsenzarbeit ist hier das wirkliche Problem, und der Fall Yahoo zeigt, dass Frauen in Führungspositionen leider überhaupt nicht familienfreundlicher agieren. Denn die Mär, welche FeministInnen gerne hervor kramen, dass die Unvereinbarkeit von Karriere und Kindern als patriarchale Unterdrückung der Frau dargestellt wird, ist natürlich nicht anderes als ein Märchen.

Männer leiden heutzutage genauso unter diesem Rollenbild und spätestens mit der Trennung bekommen sie die Rechnung dafür, wenn aufgrund der gesteigerten Erwerbsobliegenheit ihre Familienernährerrolle zementiert wird, nur mit dem unterschied, dass sie kein Teil mehr der zu finanzierenden Familie sein sollen. Und das ist was Emma Watson in ihrer Rede leider nicht eingesehen hat. #HeForShe ist leider der falsche Ansatz um Männer mit ins Boot zu holen, wenn es nur darum geht, dass Männer den Frauen den Hintern pudern sollen. Denn die meisten Gründe, welche FeministInnen gerne immer wieder hervor kramen, wenn sie, wie jetzt gerade wieder Frau Wizorek mit ihrem Buch „Warum ein #aufschrei nicht reicht.“ demonstrieren wollen wie sehr frauen unterdrückt werden, sind der Versuch gesellschaftliche Probleme als ein Ergebnis der Männlichen Unterdrückung der Frau zu sehen. Leider haben die meisten Probleme leider rein gar nichts mit einem Patriarchat zu tun. Die Gesetzlichen Grundlagen sind geschaffen. Wenn Frauen besonders in Modernen Ländern wie Norwegen und Deutschland immer wieder in alte Rollenmuster verfallen, kämpft man hier vielleicht doch eher gegen die Biologie an, als gegen einen Feind im Patriarchat. Man kann gerne dafür Kämpfen, dass typische von Frauen bevorzugte Jobs genau so gut bezahlt werden, wie Ingenieurstätigkeiten, dann wird man vielleicht die Lohnlücke bereinigt bekommen. Aber das eigentliche Problem ist, dass die meisten Jobs im Kapitalismus dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgen. Und damit wird man leider keine auf marktwirtschaftlichen Prinzipien basierende Gleichberechtigung hinbekommen, solange Frauen sich nicht in gleichem Maß wie Männer für MINT-Studiengänge begeistern. Und das sie das nicht tun, da kann leider weder ich noch der Rest der männlichen Bevölkerung sehr viel für.

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