Dämlich ist das neue Weiblich

„Alleinerziehend ist das neue Verheiratet“ ist das Motto von Mama Berlin. „Dämlich ist das neue weiblich“ ist da doch die passende Antwort. Nichts dagegen, dass man nach gescheiterter Ehe vielleicht auch mal als AlleinerziehendeR leben muss, abder das ganze deshalb als Livestyle-Event zu hypen ist dann vielleicht doch übertrieben.

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So schoss es mir sogleich durch den Kopf als ich auf dem Blog von Mama Berlin landete, die sich in letzter Zeit immer häufiger auf der Facebook-Seite von den Hamburger Vätern durch ihr etwas verquere Weltansichten auf sich aufmerksam machte. Nicht, dass ich da spontan eine genetisch bedingte Intelligenzminderung auf dem X-Chromosom unterstellen wollte, aber auf ihrer Seite prangt der schönes Slogan „Alleinerziehend ist das neue Verheiratet“ und da passte das einfach. Ich vermute mal, dass sie damit meint, dass alleinerziehend das neue erstrebenswerte Lebensmodell der Frau sein sollte (so wie es verheiratet sein, in der Generation unserer Eltern noch war) und so wird auf der Webseite nun also auch fleißig versucht sich dieses Alleinerziehen (trotz erhöhtem Armutsrisiko, welches man in jeder Diskussion über die gesellschaftliche Benachteiligung der Frauen immer gerne als Argument um die Ohren geknallt bekommt) schön zu reden. Da erzählt sie z.B. wie sie beim Walddorf Adventsbasar Heike Makatsch trifft

„Und dann kam Max dazu, der Papa der beiden Mädchen, Heikes Mann. Ein netter Typ, gutaussehend, hilfebereit (so auf den ersten Blick halt). Und ich dachte sofort: “Siehste, die hat alles richtig gemacht. Toller Mann, toller Kinder, tolle Ehe.” Auch Bruno bemerkte den Papa, schielte rüber und ich merkte, er dachte ähnlich wie ich, er sprach sofort von seinem Papa und darüber, dass der eben nicht da war.“

Das klingt schon ziemlich nach Neid, und immerhin bemerkt sie auch bei ihrem Kind, dass der den Unterschied schon merkt, aber beim nach Hause gehen wird ihr Weltbild dann zum Glück doch zurecht gerückt:

„Und was soll ich Euch sagen: Zehn Minuten später stand ich im Supermarkt, ich nahm mir eine Zeitschrift vom Regal, blättere darin und was sehe ich? Einen Artikel über Heike Makatsch mit der Überschrift “,Ich bin stark für drei’ … und zwar für sich und ihre beiden Töchter, von deren Vater Heike Makatsch heute getrennt lebt.”
Ha! Na sowas?! Ich ging ganz beschwingt nach Hause …“

Was Mama Berlin aber vermutlich nicht ganz verstanden hat, ist dass es Heike Makatsch nicht darum geht allein mit ihren Kindern zu sein, so das ihre Mädchen bei jedem Anblick eines Vaters wie Mama Berlins Sohn reagieren muss. Um mal eine andere Stelle des Artikels zu zitieren:

Die 43-Jährige lebt schon seit Jahren nicht mehr mit Max Schröder zusammen, dem Musiker, mit dem sie zwei Töchter hat. Beide sind sich weiterhin verbunden, getrennt vereint, als Elternpaar, das kein Paar mehr ist, aber immer noch Eltern.

Denn diese Eltern schaffen es trotz der Trennung (wie zum Glück immer mehr) gemeinsam zu solchen Veranstaltungen wie dem Adventsbasar zu gehen, ohne sich die Augen auszukratzen oder ihren Kindern das Gefühl dass sie sich opfern müssen um ihren Kindern diese Momente zu geben sie beide Eltern gemeinsam genießen können: Denn auch wenn sie kein Paar mehr sind, bleiben sie doch die Eltern dieser Kinder, und die Kinder haben das Recht beide unvoreingenommen zu lieben.

Mama Berlin ist eine von diesen neuen Anwärterinnen auf das Mutterkreuz (und wenn man sich ihr Profilbild bei Facebook ansieht, kommt das in reichlich Martialischer Leni Riefenstahl-Optik rüber), die sich offensichtlich nach den guten alten Zeiten zurücksehnen. Natürlich möchte sie die Zeit nicht ganz so weit zurückdrehen wie ihr Profilbild das vielleicht nahelegt, denn als alleinerziehende Mutter war man im Dritten reich auch nicht sehr angesehen, wenn der Mann nicht gerade im Kampf für das Vaterland gefallen war.

Die Neunziger würden diesen Müttern vermutlich reichen, wo Frau noch nahezu frei entscheiden konnte, ob der Mistkerl von Erzeuger überhaupt, jenseits von seinem regelmäßig zu leistenden Unterhalt, Bestandteil des Lebens seines Kindes sein durfte. Diese Frauen, wie jene von der Mütterlobby (über die ich ja schon geschrieben hatte), beklagen sich lautstark, dass Gerichte und Jugendämter ihrer Bindungsintoleranz immer häufiger Grenzen setzt (auch wenn sie das natürlich anders formulieren). Auch bei den familiengerichten hat sich ja zum Glück langsam herumgesprochen, dass Kinder durchaus ihren männlichen Elternteil benötigen. In den 90er Jahren war die Rechtsprechung in dieser Hinsicht leider zutiefst sexistisch und ist es auch heute noch, weshalb Deutschland auch heute noch vom EuGH gerüffelt wird.

In der Presse haben diese Mutterkreuzmütter einen Fürsprecher in Gunnar Schupelius gefunden. Der sieht auf seinen YouTube-Videos immer so aus, als würde seine eigene Mutter immer noch über seine Frisur und seine Garderobe bestimmen. Eigentich könnte der mit seinen lächerlich reaktionären Anschten, die er in der Berliner Zeitung in seiner Rubrik „Mein Ärger“ zur Schau stellt immer wieder für Heiterkeit sorgen,. Doch leider hat er sich in letzter Zeit immer Häufiger Thema „gleichberechtigtes Sorgerecht“ vorgenommen, und damit ein Thema, dass leider zu ernst ist, als dass man es einem Mann überlässt dürfte, der mit seinem klischeehaften Mutterbild immer wieder eine zweifelhafte Rechtsauffassung der 50er Jahre zur Schau stellt und leider komplett kompetenzbefreit über dieses Thema schwadroniert. So heisst bei ihm das „gemeinsame Sorgerecht“ „geteiltes Sorgerecht“ und die „Gleichstellungsbeauftragte“ ist bei ihm die „Frauenbeauftragte“, und es sind natürlich die Männer, die Krieg führen, wenn sie dem Recht des Kindes auf beide Eltern dadurch genüge tun wollen, dass sie als Bezugsperson mehr als nur ein regelmäßiger Eintrag auf dem Kontoauszug der Mutter sein wollen.

Was Herr Schupelius und Frau Berlin, und einige andere des Trauervereins Mütterlobby offensichtlich noch nicht verstanden haben ist, dass sich keine Frau mit einem fürchterlichen Kerl herum plagen muss, weil sie im Suff beim One Night Stand nicht an die Verhütung  gedacht hat. Sie selber sind Verantwortlich dafür, wer der „Erzeuger“ ihres Kinder wird. Eines hat der Feminismus in den letzten 40 jahren definitiv erreicht: Keine Frau muss heute aus irgend einer Notlage heraus mit einem Mann ein Kind bekommen, den sie als Vater ihres Kindes für ungeeignet hält. Er gibt sichere Verhütungsmethoden für sie, die Pille danach und wenn Frau mit beidem nicht umgehen kann, ist die Möglichkeit zur Abtreibung heutzutage statistisch gesehen sicherer als eine Geburt auszuführen, weil diese inzwischen ohne großen Aufwand auch legal durchgeführt werden kann. Im Zweifelsfall zahlt das sogar die Krankenkasse. Wenn all das nicht in Frage kommt kann sie das Kind auch einfach bekommen und den Namen des Vaters verschweigen. Dann kann sie ihn zwar finanziell nicht in die Pflicht nehmen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er im Gegenzug auf die Idee kommt, das Recht seines Kindes auf beide Eltern einzuklagen ist dafür sehr gering. Wenn irgendeine Feministin in solchen Müttern auch nur ansatzweise so etwas wie eine Vorbildrolle zugestehen mag, ist das vermutlich die beste Erklärung warum der Feminismus heutzutage so ein erbärmliches Erscheinungsbild und so eine geringe Akzeptanz vor allem bei gleichberechtigten Frauen hat, denn solchen Müttern geht es nicht um Gleichberechtigung. Wenn sie Gleichberechtigung für etwas erstrebenswertes hielten, würden sie nicht immer Zeter und Mordio schreien, wenn die Väter auf die Idee kommen für das gleiche Recht zu kämpfen. Wenn diese Frauen bereit wären die Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen gäbe es hier keinen Grund herum zu heulen, das Mütter vor Gerichten nicht mehr respektiert werden. Wer hier nicht respektiert wird sind die Frauen, die bei der vielleicht wichtigsten Entscheidung, die sie für ihr Kind zu treffen haben (nämlich wer seine männliche Bezugsperson sein soll) offensichtlich grandiose Verantwortungslosigkeit gezeigt haben. Wie kann man da davon ausgehen, dass sie sich bei anderen Entscheidungen für ihre Kind verantwortungsbewusster agieren?

Letztendlich müsste eine jede Feministin, die sich über die Benachteiligung für Müttern auf dem Arbeitsmarkt beklagt, solche Frauen für den Antichristen halten, denn die Tatsache dass ein überdurchschnittlich großer Anteil von ihnen von Armut bedroht ist und Hartz IV bekommt und sie dann herum schimpfen wenn „Millionen von Vätern keinen Unterhalt zahlen“ zeigt, dass sie offensichtlich gerade nicht geschafft haben, was die Feministinnen sich sich seit Jahrzehen auf die Fahnen geschrieben haben, nämlich ohne eine Abhängigkeit vom Mann zu leben.

Ich war auch alleinerziehend, aber es wäre mir nicht im Traum eingefallen stolz darauf zu sein, im Falle einer Hartz IV Bedürftigkeit den Alleinerziehenden-Bonus beantragen zu dürfen. Stolz bin ich vielleicht darauf, dass ich als Vater nicht entsorgt wurde, wie es meine ex-Frau in ihrer ersten Trennungswut durchaus probiert hat. Stolz bin ich darauf, dass meine Kinder trotz der Trennung Mutter und Vater als Bezugsperson behalten haben. Und ich hätte auch kein Problem weiterhin das Wechselmodell zu fahren und genauso wenig Probleme habe ich damit, dass meine Kinder ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter haben und sie, wann immer ihnen danach ist, sehen können. Und wenn ich meine Ex-Frau heute beim Konzert meines Sohnes oder Theateraufführung meiner Tochter treffe bin ich stolz wie wir gemeinsam als Eltern uns da treffen und uns gemeinsam immernoch über unsere Kinder freuen können, ohne das unser Kind überlegen muss, wen es wohl mehr lieb haben dürfte.

Das gemeinsame Sorgerecht in Frage zu stellen wäre mit auch nie in den Sinn gekommen. In den 13 Jahren die wir getrennt sind, habe ich inzwischen 6 zustimmungspflichtige Sachen gehabt, die wir beide unterschreiben mussten. Wenn man als erwachsener Mensch dazu nicht in der Lage sich ist, sollte man freiwillig sein Sorgerecht abgeben, denn deutlicher könnte man seine Sorgeunfähigkeit nicht unter Beweis stellen.

Alleinerziehend ist das neue Verheiratet? Da fällt mir nur zu ein: „Dämlich ist das neue Weiblich“, denn auf so eine Idee kann vermutlich nur jemand kommen, der  über die Liebe solch pubertäres Geschreibsel von sich gibt wie:

„Ob (noch) verheiratet oder nicht (mehr) – eines sollten wir nicht einstellen: zu träumen von der großen Liebe zwischen Mann und Frau (oder auch andere Konstellationen). Denn es gibt sie – wenn auch sehr, sehr selten. Mir fällt jetzt grad kein Paar ein, aber in der Literatur und im Film, da finden wir sie. Und mit ein wenig Alkohol, der richtigen Atmosphäre flammt sie manchmal zumindest für einen schönen Moment kurz auf – vor allem in der Weihnachtszeit.“

Vielleicht fällt ihr gerade deshalb kein reales Paar ein, weil es keines gibt, welches diesen romantisch verquasten Murks, der da Liebe genannt wird, über jene sechs Monate retten konnte, welche die Biologie für diesen Zustand eingerichtet hat. Dann hat man in der Natur nämlich in der Regel seinen genetischen Imperativ erfüllt. Und die, die man aus dem Film oder der Literatur kennt, sterben vor diesem Verfallsdatum (wie Romeo und Julia) oder der Autor zieht sich mit den Wort „Ende“ aus der Affäre, wie bei „Die Reifeprüfung“.

Wenn ich so etwas lese und mir Vorstelle, dass wegen solcher pubertären Jungmädchenphantasien Kinder von ihren Eltern getrennt werden, dann habe ich für mich doch einen guten Grund gefunden, weshalb die Gleichberechtigung in Sorgerechtsfragen nicht via des automatischen Sorgerechts der Väter hergestellt werden sollte, sondern dadurch das auch Mütter dafür einen Antrag stellen und ihre Sorgefähigkeit und Bindungstoleranz unter Beweis stellen müssten, bevor entschieden wird ob und wem dann das Sorgerecht gegeben werden soll. Zum Glück sind solche Frauen in der Minderheit ebenso wie die Mistkerle, die nichts besseres zu tun haben als Frauen und Kinder zu schlagen und sich um den Unterhalt zu drücken, insofern können wir vermutlich doch eher die Positivlösung in Betracht ziehen (nämlich das beide Eltern automatisch mit der Verantwortungsübernahme das Sorgerecht erhalten).

5 thoughts on “Dämlich ist das neue Weiblich

    1. Aus eigener Erfahrung sage ich mal: Spätestens wenn er sich als Frauenversteher plötzlich trotzdem mit einer (ex-)Partnerin wie seiner Mutter konfrontiert sieht wird er das wohl tun. Wenn solche Jungen von alleinerziehenden Müttern plötzlich das Hassobjekt der Mutter ihrer Kinder werden, dann fängt der Kopf zu rattern an, ob ihr eigener Papa sich damals wohl auch so gefühlt hat.

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    2. Die einzig richtige Reaktion ist, die Mutter nicht mehr zu beachten, und sich ganz zurück zu ziehen. Die Mutter und ihre Ansprüche einfach vollkommen hinter sich zu lassen. Das ist auch für das Kind besser, weil die Kinder haben ja nur zu leiden, wenn sie zeigen, dass sie den Vater eigentlich lieber mögen. Am besten unbekannt ins Ausland verziehen, dort eine neue Familie beginnen, mit neuen Kindern.

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