Der Liebster Award – Nominierung Teil I

So, nachdem ich nun gerade zum zweiten Mal zum Liebster Award nominiert wurde, möchte ich jetzt dem männlichen Cliche nicht ganz so sehr entsprechend, dass man Männern alles immer dreimal sagen muss, bevor sie mal aktiv werden. Als erstes wurde ich von Susanne Petermann mit ihrem Stiefmutter-Blog nominiert. Ist schon etwas her, Susanne, aber wie jeder mitbekommen hat, war ich zwischen Februar und letzte Woche etwas zu sehr mit dem Lebensalltäglichkeiten beschäftigt um viel zu schreiben, aber jetzt will ich dem nochmal nachkommen. Sinn und Zweck des Awards ist das Weiterempfehlen von neuen/interessanten Blogs. Jedem nominierten Blogger werden Fragen gestellt und die Möglichkeit gegeben, anschließend ebenfalls Blogs zu nominieren.Hier sind Susannes Fragen und meine Antworten.

  1. Was ist das Besondere an Deinem Blog? Was macht Dich speziell?
    Ursprünglicher Ansatz war, über meine Trennungserfahrungen zu berichten. Ich komme aus einer ziemlich verkorksten Trennungsfamilie und meine Trennung erweckte anfangs den Eindruck, als würden meine ex-Frau und ich in den Fußstapfen unserer Eltern wandeln. Ich habe dann angefangen mich mit der Vaterrolle auseinandersetzen, damit meine Kinder nicht in die 30 Jahren vor den selben Problemen stehen. In einer Xing Vatergruppe „Väter helfen Vätern“, habe ich festgestellt, dass Männer in Konflikttrennungen leider oft ein ähnliches Schema haben (Selber kein positives Vaterbild und eine ex-Partnerin mit ebenso schlechtem Vaterbild), und ich dachte mir, ich schreibe hier über meine Erfahrungen zu dem Thema, um anderen Vätern vielleicht Mut zu machen, den (zum Zeitpunkt meiner Trennung) noch für viele Männer aussichtslosen Kampf aufzunehmen, um den Kindern beide Eltern zu erhalten. Dabei hat zwischendurch immer mal wieder diese lästige Sexismus-Debatte so großen Raum eingenommen, dass ich die Gleichberechtigungsfragen irgendwann in meinen 2 Blog „Der Sexissmusbeauftragte informiert“ ausgelagert habe, denn hier sollte er mehr der Rückgewinnung der Vaterrolle gehen. Genaugenommen hat das zwar, wenn wir uns die Gesetzgebung zum Sorge- und Unterhaltsrecht ansehen, auch ziemlich viel mit sexistischen Rollenbildern zu tun, aber halt in einem sehr viel spezielleren Rahmen.
  2. Für wen bloggst Du und hast Du Kontakt mit Deiner Zielgruppe?
    Wie schon gesagt, schwerpunktmäßig für Väter, die vor der Trennung und damit der Frage stehen, wie soll es weitergehen? Karriere oder Kinder, denn es ist ja absurd anzunehmen, dass der Spagat für Männer in Deutschland besonders viel leichter wäre. Im Gegenteil. Während Frauen in in den letzten 40 Jahren alle Freiheiten vor dem Gesetz bekommen haben, dass es eigentlich nur noch an ihren persönlichen Präferenzen liegt, was sie mit ihrem Leben anfangen, haben Männer spätestens an dieser Stelle ihres Lebens mit massiver Diskriminierung durch den Gesetzgeber und die Institutionen zu kämpfen. Und Kontakt zur Zielgruppe habe ich natürlich viel über das Internet, und Live demnächst über die Hamburger Initiative Väter und Mütter für ihre Kinder e.V. und mittlerweile hat sich das auch bei Freunden und Arbeitskollegen herumgesprochen, so dass ich hier immer häufiger als Berater agiere und mich freue wenn ihr im Interesse der Kinder eine Gedeihliche Lösung gefunden wird
  3. Was war bisher Dein meistgeklickter Beitrag und worum ging es darin?
    Platz 1 war Zum Positionspapier der Mütterlobby bzgl. des paritätischen Wechselmodells und wie der Titel schon sagte, war es eine kritische Auseinandersetzung mit dem Klagelied der Müllerlobby zum Wechselmodell, weil diese offensichtlich langsam ihre Felle davon schwimmen sieht. Platz 2 war übrigens ein Artikel meiner Tochter, die sich damals enorm über ein paar Gluckenmütter geärgert hat, welche sich über die biologische Vormachtstellung der Mutter gegen den Vater ausgeheuelt haben, welche die Gerichte inzwischen nicht mehr als gottgegeben akzeptieren. in Hört auf euch zu streiten, hat sie denen ordentlich die Meinung gegeigt und das interessanteste war, dass genau diese Mütter gleich versucht haben mit ihren offensichtlich gut einstudierten Lügen bei meiner Tochter Zweifel an ihrem Vater zu erzeugen. Wenn ich mir solche Frauen vor Gericht vorstelle, bin ich froh, über jeden Familienrichter, für den das Wort Bindungsintoleranz nicht mehr ein Fremdwort ist.
  4. Hast Du regelmäßigen Austausch mit anderen Bloggern?
    Ja
  5. Über welchen Kommentar hast Du Dich bisher am meisten gefreut und über welchen am meisten geärgert?
    Zum Glück habe ich bislang noch keinen Kommentar gehabt über den ich mich wirklich hätte ärgern müssen: bei solchem Unfug wie „oh je, solche Typen, die sich so gegen ihre Exfrauen und Nochfrauen und anderen Müttern stellen, sie bekämpfen mit allen Mitteln, vor Illigalität nciht zurückschrecken, labbern nicht nur den gleichen Müll, sie sind auch alle gleich: selbstverliebte, narzistische, machtbessesene und geistig auf dem Niveau eines fünfjährigen Muttersöhnchen!“ muss ich sagen, nur getroffene Hunde jaulen, und ich vermute es war das beste Beispiel für jemanden der seine eigenen Defizite auf andere projiziert. Und als Mama Berlin mich mal in ihren Topf der Bösen Vaterrechtler geworfen hat, weil sie von meinem ihr gewidmeten Blogartikel „Dämlich ist das neue Weiblich“ offensichtlich nicht mehr als die Überschrift gelesen oder verstanden hat, kann ich mich auch nicht wirklich ärgern. Der schönste Kommentar war ganz klar auf den Artikel meiner Tochter: „Liebe Paula,ich wünsche meiner Tochter, dass sie Freundinnen hat wie Dich.“
  6. Hast Du Stiefmütter in Deinem Freundeskreis oder in Deiner Familie oder bist Du vielleicht selbst eine? Ich habe eine Stiefmutter, hatte einen „Stiefvater“ auch wenn er meine Mutter nicht geheiratet hat und aufgrund meiner Erfahrungen mit Stiefeltern, habe ich es den potentiellen Stiefeltern meiner Kinder nicht unbedingt einfach gemacht, wobei ich glaube, dass Männer sich eher auf diese Rolle einlassen.
  7. Welche Erfahrungen hast Du mit Stiefmüttern gemacht? Waren es eigene Erfahrungen, oder Geschichten, die Du vom Hörensagen kennst?
    Ich glaube eine Annekdote mit meiner Stiefmutter und der Stiefmutterkandidatin nummer drei für meine Kinder bringt mein zwiespältiges Verhältnis mit Stiefmüttern ganz gut den Punkt: Ich habe 17 Jahre nicht mit meinem Vater gesprochen und erst nachdem ich in meiner Trennung mal mein eigenes Vaterverhältnis aufgerollt habe, habe ich 2003 wieder Kontakt zu ihm aufgenommen. 2005 hatte ich dann mal ein Abendessen mit meiner damaligen Lebensgefährtin einer Passionierten Kirchenmusikerin und meinem Vater und meiner Stiefmutter. Und auf dem Heimweg erzählte mir Caro dann, wie ihr meine Stiefmutter vorgeschwärmt hat, wie toll mein Vater das gemacht hätte sie von seinen Altlasten frei zu halten, und wie toll das wohl für sie gewesen sein muss. Eigentlich hätte ich diese Bieziehung hier gleich beenden sollen, denn meine Kinder als Altlasten zu sehen, fiel mir schwer, weil ich aus meiner Kindheit wusste sie sich das anfühlt. Ich erwiderte da nur: „Tut mir leid, da hast du wohl die falsche Generation Bierend kennengelernt. Erstens weiß ich wie sich das als Kind anfühlt und zweitens hat sie sich vermutlich keine Gedanken darüber gemacht, ob ich ihn 17 Jahre in die Wüste geschickte hätte, wenn er sich mal um Umgang oder Kontakt bemüht hätte und nicht nur anrief, wenn er mal einen billigen Baybsitter braucht. Insofern kann ich dieses Rollenmodell aus den Märchen schon nachvollziehen, denn letztendlich habe ich es oft genug erlebt, dass sich Stiefmütter als Konkurentinnen, um zeitliche und finanzielle Ressourcen des Mannes mit dem Kind sehen. Und ich habe meine Frau auch erst geheiratet, nachdem wir das geklärt haben, dass es so etwas mit mir nicht gibt. Und erstaunlicherweise versteht sie sich seit dem auch wesentlich besser mit meiner Tochter.
  8. Was sollte Deiner Meinung nach in Sachen Familienförderung/Familienrecht getan werden? Wo siehst Du Reformbedarf?
    Als erstes ganz klar, die Sexuelle Diskriminierung von Vätern abschaffen. Gerade bei unverheirateten Eltern sind Männer doch noch vollkommen ungerechtfertigt schlechter gestellt als die Frauen, oder warum sollte ein Mann, der die Vaterschaftsanerkennung unterschreibt und damit die Bereitsschaft zur Verantwortungsübernahme beweist nicht automatisch das Sorgerecht bekommen. Frauen haben nun jedes Recht bekommen nicht genötigt zu sein, mit irgendwelchen verantwortungslosen Vollpfosten Kinder zu bekommen. wenn sie mit diesem recht nicht verantwortungsvoll umgehen, ist das doch kein Grund Väter zu diskriminieren. Ansonsten müsste Männern das gleiche Entscheidungsrecht ermöglicht werden, ob sie Karriere machen oder Familie haben wollen. Gerade im Trennungsfall sind wir meilenweit davon entfernt. und auf der gleichen Seite jammert Frau #ManuelaSchwesig rum, dass Frauen ja genötigt wären halbzeit zu arbeiten, und deshalb ja soviel schlechter da stehen. Gleichberechtigung darf nicht mehr eine Einbahnstraße im Berufsleben sein. Sie muss genauso im Familienleben gelten. und solange hier nicht der glaube Aufwand betrieben wird. wird Frau Schwesig weiter jammern, dass es den Alleinerziehenden so schlecht geht.
  9. Welche 10 Dinge möchtest Du in diesem Jahr unbedingt noch erledigen?
    Mein Ausbildung zum HP-Psychotherapie abschließen und mich mit meiner Frau selbstständig machen. Sie mit dem großen Heilpraktiker ich als Therapeut mit Schwerpunkt auf Männern und Trennungskindern. Und natürlich häufiger hier mal schreiben 🙂
  10. Gab es einen Tag in Deinem Leben, der alles veränderte? Magst Du erzählen?
    Letztendlich war es ein Tag im Jahr 1994. Ich hatte gerade eine 5 Jährige Beziehung zu einer angehenden Opernsängerin. Die Beziehung war zwar eine tolle Erfahrung, vor allem weil wir beide unsere künstlerischen Ambitionen hatten, und die Sprich sie wollte Opernsänderin werden, und ich entwickelte gerade meine Ambitionen als Filmemacher, hatte gerade meinen ersten längeren Film gedreht. Jeder hatte seine eigene Wohnung. die Beziehung hatte sich gerade in eine offene Beziehung verwandelt, sprich sie hatte gerade eine Affäre, und ich lernte die spätere Mutter meiner beiden Kinder kennen und an einem Abend als sie gerade bei mir war, musste ich noch kurz zu einem Auftraggeber. Jessica bliebt bei mir und wartete auf mich. Es war Winter und als ich nach Hause kam brannte Licht im Fenster und als dass sah, wusste ich, dass ich etwas wollte, was ich mit meiner Opernsängerin nicht bekommen konnte. eine familie mit jemanden, mit dem man zusammenlebt. Das ganze spiesige Klischee (wobei ich es mir damals auch weniger spiesig ausmalte). Aber ich habe zwei tage später mit meiner Freundin Schluß gemacht. seit dem glaube ich auch nicht mehr, das das Konzept einer offenen Beziehung funktioniert.
  11. Was ist das Alllerallerallerwichtigste in Deinem Leben? Und warum?
    Hier sollte ich wohl schreiben: meine Kinder, und letztendlich stimmt das auch in gewissem Sinne, denn in den ganzen Krisen, die ich nach der Trennung erlebt habe, hat mich die Verantwortung und Fürsorge für meine Kinder davon abgehalten einfach alles hin zu schmeißen. Aber das Allerallerallerallerwichtigte ist glaube ich Familie, denn Familie ist der Zusammenhalt, der größer wiegt als alle andere. Zu mindestens sollte es das. Allerdings habe ich mit meiner verkorksten Familie leider gelernt, dass er das nicht überall tut. Oft überwiegen da die eigenen Eitelkeiten. Deshalb wird das Theatertück, welches ich über die Beerdigung meiner Mutter schreibe auch den Titel haben „Dünner als Wasser“, denn leider ist Blut das für einige Menschen. Zum Glück wissen meine Kinder inzwischen, dass es das bei ihnen gilt, denn sie haben trotz der Trennung immer noch zwei Eltern die miteinander reden können, und die sich gemeinsam um sie sorgen und die sie beide immer ansprechen können. Wenn ich nur ein zwei Kindern helfen kann, dass sie mal das gleiche sagen können, dann ist das ganz Schreiben und Reden schon den Aufwand Wert.

Die Nominierungen kommen im Teil zwei, meiner Nominierung durch Melanie Matzies-Köhlers Kunterbunten Patchwork Blog.

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