Am 10.11 ist Equal Parenting Day

parenSie werden vielleicht sagen „Was? Equal Parenting Day? Nie gehört.“

Verständlich. Sie müssen sich auch nicht schämen, wenn Sie ihn verpasst haben, denn bislang werden eigentlich nur Equal xxx Days in den Medien zelebriert, die darauf hindeuten, dass Frauen nicht ganz gleich gleichgestellt sind.

Die Gender Pay Gap ist so eine „Benachteiligung“, die hierfür gerne mal ins Rampenlicht gezerrt wird. Nach Wunsch von Frauenministerin Schwesig bringt es diese mittlerweile sogar schon auf zwei Gedenktage.

Frauen verdienen weniger als Männer – bei gleichwertiger Arbeit. Auf diese Ungerechtigkeit macht der Equal Pay Day…

Posted by Manuela Schwesig on Dienstag, 3. November 2015

Den Equal Pay Day (EPD), der nach Auskunft des Frauenministeriums nächstes Jahr am 19.03. stattfinden wird und den Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit (TbE) den wir am 9.10. feierlich begingen. Bis zum EPD sollen Frauen der Legende der unbereinigten Gender Pay Gap zufolge umsonst gearbeitet haben und ab dem TbE sollen Frauen dann wieder umsonst arbeiten.

Guten Morgen! Heute ist der Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit. Er macht auf die bestehende Diskriminierung von…

Posted by Manuela Schwesig on Freitag, 9. Oktober 2015

Dass es jedoch auch genügend Tage gibt, mit denen man der Benachteiligung von Männern Gedenken könnte, kommt offensichtlich niemandem in den Sinn.

Warum eigentlich nicht? Gerade der Equal Parenting Day wäre eine gute Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass es in unserem Land durchaus noch Gesetze und Institutionen gibt, die ein Geschlecht aktiv Benachteiligen. Der Equal Parenting Day bringt die Ungleichbehandlung von getrennten Eltern – sozusagen die Gender Parenting Gap – ins Bewusstsein.

Wie entsteht die Gender Parenting Gap?

Nach der Trennung sind 90 % aller alleinerziehenden Mütter. Die dazugehörigen Väter sehen ihre Kinder in der Regel jedes zweite Wochenende. Damit “dürfen“ sie 15% der möglichen Erziehungszeit mit ihren Kindern verbringen. In 50% der Fälle bricht der Kontakt zu den Kindern nach einem Jahr komplett ab. Selbst wenn man von dem Fall ausgeht dass der Vater jedes zweite Wochenende für sein Kind da sein darf bedeutet dies, dass er bis zum Equal Parenting Day lediglich als Eintrag auf dem Kontoauszug der Mutter am Leben seines Kindes teilhaben durfte. Erst ab dem 10.11. darf er für sein Kind als Bezugsperson für seine Kinder da sein.

Natürlich macht sich die Lobby der Alleinerziehenden immer noch für diese Form der sexuellen Diskriminierung stark und erklärt Alleinerziehen wahlweise Erfolgsmodell (welches 40% der alleinerziehenden Mütter und ihre Kinder an die Armutsgrenze bringt) oder zum Lifestyleevent („Alleinerziehen ist das neue Verheiratet“). Die Partei der Frauenministerin erklärt Alleinerziehende gleich zu Superhelden (Verzeihen Sie, dass ich als mittlerweile selber Alleinerziehnder für soviel Realitätsferne nur Sarkasmus übrig habe).

Da diese Form der Diskriminierung zu 90% „nur“ Väter betroffen sind, hält sich der Aktionismus der Frauenministerin Frau Schwesig hier leider weit mehr zurück als bei der Frauenquote, auch wenn von der Frauenquote nur ein paar hundert Frauen profitieren und nicht einige hunderttausend Kinder, die bei gleichberechtigter Elternschaft eine feste Bindung zu beiden Elternteilen behalten könnten. Nebenbei haben sie sogar noch zwei Eltern, die genug Zeit haben, um angemessene Lebensumstände mit ihrer eigenen Arbeit finanzieren können.

Viele Länder sind mittlerweile Fortschrittlicher was gleichberechtigte Elternschaft angeht als Deutschland und die gegenwärtige Diskriminierung in diesem Land unterscheidet auch nicht zwischen verheirateten und unverheirateten Vätern.

In den meisten skandinavischen Ländern Ländern, Frankreich, Australien ist die Gleichberechtigung von Eltern seit langem bereits Standard ohne dass Kinder hier verhaltensauffälliger wären oder sich Eltern häufiger vor Gericht streiten.

Aber der Wind dreht sich zum Glück

Auch wenn Frau Schwesig alles tut, um Gleichberechtigung zwischen den Eltern in die nächste Legislaturperiode zu verschieben, hat der Europarat 14.09 einstimmig die Resolution 2079 zur Förderung der gleichberechtigten Elternschaft in den Mitgliedsländern der EU abgesegnet, nach der die Gleichberechtigung von Trennungseltern gefordert wird:

“In Europe, there have been striking changes in the ways in which responsibilities are shared between women and men within families, and notably a shift towards a more even balance. However, laws, practices and gender stereotypes about the roles of women and men can sometimes cause fathers to be deprived of sustained relationships with their children. For a parent and child, the ability to be together is an essential part of family life, which is protected by the European Convention on Human Rights. Parent–child separation should only be ordered by a court and only in exceptional circumstances entailing grave risks to the interest of the child.”

Doch da Deutschland sich bereits nach dem Urteil zum gemeinsamen Sorgerecht von unverheirateten Eltern gut drei Jahre zeit gelassen hat um eine eine halbgare und nicht weniger sexistische Lösung zu installieren, werden wir bestimmt noch den einen oder anderen Equal Parenting Day ins Land ziehen sehen, bevor eine Regierung mal erkennt, dass Gleichberechtigung mit Berufsleben scheitert, wenn Gleichberechtigung nicht auch im familienleben umgesetzt ist.

Erst dann werden Kinder genauso bei Männern zum Karriererisiko, und erst dann werden Arbeitgeber sich eine andere Alternative überlegen müssen, als lieber einen Mann zu befördern, weil der auch nach einer potentiellen Trennung den vollen Einsatz für die Firma bringt.

Schaun wir mal, wie lande es dauert, bis wie Familien- und JustizministerInnnen bekommen, welche den ihren Schwerpunkt nicht bei der eklusiven Förderung eines Geschlechts sehen.

equal

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