Kinder und Hundetraining

Ich mache ja gerade Hundetraining mit meinem etwas überdominanten Neufundländer. und musste dabei schon an einige Eltern aus meinem Bekanntenkreis denken. Mir hat meine Hundetrainerin etwas etwas sehr einleuchtendes erklärt, was ich auch sehr passend für den Umgang mit Kindern fand.

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In der FAZ wurde gerade wieder eine Mahnung für Eltern veröffentlicht:

„Viele Kinder von heute werden totale Narzissten“

Immer mehr Eltern versagen kläglich, wenn es darum geht, den Nachwuchs zu erziehen, sagt die Kinder- und Jugendtherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger. Das wird gravierende Folgen für das spätere Zusammenleben und die zukünftige Gesellschaft haben.

Ich mache ja gerade Hundetraining mit meinem etwas überdominanten Neufundländer. und musste dabei schon an einige Eltern aus meinem Bekanntenkreis denken. Mir hat meine Hundetrainerin etwas sehr Einleuchtendes erklärt, was ich auch sehr passend für den Umgang mit Kindern fand.

Sie fragte mich ob ich der Rudelführer sei, und ich bejahte das. Dann fragte sie mich „Sieht der Hund das wohl genauso?“ Und sie erklärte mir, dass die meisten Hundebesitzer da leider die falschen Signale senden, so dass der Hund as Gefühl hat, er muss sich um alles kümmern. Eigentlich sind Hunde dankbar wenn sie nicht der Rüdelführer sind, weil sie in einer Menschenwelt komplett überfordert sind. Und seit dem ich das Berücksichtige ist unserer Hund auch schon viel ausgeglichener.

Und was hat das mit Kindern zu tun?

Warum rebellieren diese Kinder denn?

Weil sie nicht in einer kindgerechten Umgebung aufwachsen. Die Eltern dieser Kinder machen ihren Job nicht. Sie wollen lieber die Freunde ihrer Kinder sein, als sie zu erziehen. Aber eigentlich müssten sie Verantwortung für ihre Kinder übernehmen und ihnen einen geschützten Raum zur Verfügung stellen, in dem sie sich entwickeln können. Sie müssten altersadäquate Grenzen ziehen und dem Kind in diesem Rahmen Gelegenheit geben, sich auszuprobieren.

Genau das ist auch meine Erfahrung mit Eltern, die jedes Detail mit ihren Kindern ausdiskutieren. Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass es kleinen Kindern da genauso geht wie meinem Neufundländer. Die sind dankbar, wenn man ihnen die Regeln im Miteinander zeigt, wenn man Grenzen zieht und sie lernen lässt was im zwischenmenschlichen Miteinander geht und was nicht. Anstatt ihnen das Gefühl zu geben es wäre ihre Verantwortung zu entscheiden, ob sie mit zu Oma zum Kaffee und Kuchen gehen, oder ob der Papa jetzt mal im Home-Office ein paar Stunden arbeiten kann.

Die Aufgabe der Eltern

Kinder sind vollkommen überfordert, wenn man sie einfach machen lässt. Kinder sind keine gleichberechtigten Erwachsenen, als die einige Eltern sie behandeln, in der irrigen Vorstellung, sie würden ihre Kinder ja nur wie vernünftige Menschen behandeln.

Das beruhigende: Im Gegensatz zu meinem Hund (der nie vernünftiger seien wird, als ein Vierjährige Kind) ist, dass sie irgendwann selber „Rüdelführer“ werden. Von ihrer eigenen Familie. Aber bis sie auf eigenen Füßen stehen und Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen können, brauchen sie Führung und die Sicherheit, dass jemand da ist, der mit Interesse, Führung und Vertrauen zu ihnen steht, und der die Weisheit besitzt, wann das eine oder das andere gefordert ist, damit sie lernen was im zwischenmenschlichen Miteinander wichtig ist und wie sie ihre eigene Verantwortung tragen.

Natürlich sollen sie Schrittweise lernen, die eigene Verantwortung zu tragen, aber es sind die Eltern, die über lange Zeit in letzter Konsequenz die Verantwortung tragen, und das wollen einige Eltern, die ihre Kinder parentifizieren, indem sie sie als Freunde und nicht als ihre Kinder behandeln, nicht wahr haben.

Wie ich meinem Sohn mal gesagt habe: Meine Aufgabe ist es nicht ihm zu gefallen, meine Aufgabe ist es ihn dabei zu unterstützen dass er sich selber gefällt. Dass er das Selbstbewussein entwickelt, dass er sein Leben selber irgendwann verantworten kann.

Am Anfang brauchen Kinder Unterstützung um Laufen zu lernen, und sich in der Welt zurecht zu finden, aber wenn sie das können brauchen sie das Vertrauen der Eltern, dass sie mit dem von ihnen gelernten auch Umgehen können, und man ihnen, denn irgendwann müssen sie selber entscheiden wohin sie laufen.

Und gerade hier sind leider diese „Elternfreunde“ gar nicht mehr in der Lage das Vertrauen aufzubringen. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass sie selber nicht wissen was sie eigentlich erzogen haben.

 

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