Breaking Bad, Dad

Und ein Mann, ein Mann versorgt. Und das tut er selbst, wenn er dafür nicht geschätzt, geachtet oder geliebt wird. Er erträgt es einfach und macht es. Weil er ein Mann ist.

Nachdem ich mir nun „Breaking Bad“ bereits zum zweiten Mal angesehen habe, bin ich bei Staffel 3, Episode 5 an einem Dialog zwischen Drogen King Pin Gus Fring und dem Protagonisten Walter White hängen geblieben.

Walter:  I have made a series of very bad decisions and I cannot make another one.  Gus:  Why did you make these decisions?  Walter:  For the good of my family.  Gus:  Then they weren't bad decisions. What does a man do, Walter? A man provides for his family.  Walter:  This cost me my family.  Gus:  When you have children, you always have family. They will always be your priority, your responsibility. And a man, a man provides. And he does it even when he's not appreciated or respected or even loved. He simply bears up and he does it. Because he's a man. „Breaking Bad, Dad“ weiterlesen

13 Wahrheiten über das Wechselmodell

Nachdem der Europarat in seiner Resolution 2079 die europäischen Mitgliedsstaaten aufgefordert hat, für eine paritätische elterliche Sorge (z.B. durch Wechselmodell) die Grundlagen zu schaffen, bekommen die Alleinerziehendenlobby, Juristenverbände und sonstige Trennungskriegsgewinnler kalte Füße und beginnen zu gegen das Wechselmodell zu trommeln. Es wird so getan, als wäre das Anordnen des Wechselmodelles ein Paradoxon. Als würde ein „Standard Wechselmodell“ bedeuten, dass künftig alle Trennungseltern in diesem Modell erziehen müssten. Es ist ja auch heute nicht so, dass alle dem heutigen Standard „Residenzmodell: Das Kind kommt zur Mutter“ folgen würden.

Es wird so getan, als wären die bemitleidenswerten Mütter, die bei der Familienplanung etwas nachlässig den Partner ausgewählt haben, plötzlich rechtlos dastehen. Das ist natürlich Quatsch. Aber in einer Zeit, wo der Spiegel sogar auf seiner Titelseite die etwas ketzerische Frage stellt »SIND VÄTER DIE BESSEREN MÜTTER?«, werden sich Mütter leider daran gewöhnen müssen, dass in einer Zeit wo jeder nach Gleichberechtigung in der Arbeitswelt ruft, diese Gleichberechtigung auch langsam im Familienrecht ankommt.

Ebenso wenig, wie sich ein Mann in der Arbeitswelt heute noch darauf verlassen kann, dass er sich alleine Aufgrund seines Geschlechtes gegen eine gleich oder besser qualifizierte Konkurrentin durchsetzen kann, so müssen sich leider auch die Mütter daran gewöhnen, dass ihr Geschlecht vor Gericht langsam den Sonderstatus verliert. Die Gerichte erwarten immer öfter, dass die Mütter kooperativ mit dem Vater Lösungen entwickeln (und natürlich umgekehrt). „13 Wahrheiten über das Wechselmodell“ weiterlesen

Wenn Mütter ihren Besitzanspruch verlieren

Es muss eine schwere Zeit für Carola Fuchs sein.

Das Buch von Frau Fuchs hat bestimmt die eine oder andere alleinerziehungswillige Mutter unter dem Kopfkissen liegen, wenn sie sich nachts in den Schlaf weint, weil Gerichte heute nicht mehr bedingungslos den mütterlichen Definitionen von »Kindeswohl« folgen.

Viel geändert hat ihr Buch aber zum Glück nicht an der Tatsache, dass Gerichte inzwischen Vätern häufiger eine größere Rolle zusprechen.

Erst bekommen unverheiratete Väter seit dem EuGH-Urteil von 2010 auch gegen den Willen der Mutter das Sorgerecht zugesprochen.

Dann kommen Gerichte auf die Idee, dass mütterliche Kommunikationsverweigerung nicht ausreicht, einen gleichberechtigten Umgang zu verwehren „Wenn Mütter ihren Besitzanspruch verlieren“ weiterlesen

Mein Coming Out

Okay, nachdem Emma Watson es vor der UN noch einmal so schön auf den Punkt gebracht hat: „Feminismus hat das Ziel die Ungleichbehandlung der Geschlechter zu beenden.“ da muss es einfach rauslassen, auch wenn es vielleicht immer offensichtlich war: Ja ich bin ein Feminist. Ich hoffe, das darf man als Mann. Ich finde es ganz toll, wenn Frauen sich zukünftig ihre Partner nach dem Charakter und der Frage aussuchen, ob er wohl gut mit den Kindern umgehen kann, und nicht mehr danach, ob er auch in der Lage ist den Einkommensverlust zu kompensieren, wenn sie nach der Geburt erst mal zu Hause bleiben will. Ich würde es wirklich bevorzugen wenn Elternzeit gleichberechtigt genommen werden kann, ohne die Familie an den rand des Ruins zu führen, oder satt der guten Papmpers künftig immer das No Name-Produkt aus dem Discounter kaufen zu müssen. Meine Herren, ich spreche da aus Erfahrung, wenn ich sage: „Die Tatsache, dass ich für meine Kinder da bin, ist eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens“. „Mein Coming Out“ weiterlesen

Das Doppelresidenzmodell – Ein Weg zur Gleichberechtigung

In Deutschland wird es immernoch stiefmütterlich behandelt.

Deutsche Jugendämter und Familienrichter halten es immernoch für Kindeswohlabträglich.

Das Wechsel- oder Doppelresidenzmodell, welches im Grunde genommen die beste Basis für Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, bzw. Vätern und Müttern bietet.

Als ich Ende 2005 damit anfangen wollte durfte ich mir noch Binsenweisheiten wie „Ein Kind braucht EIN Zuhause“ aushören. „Das Doppelresidenzmodell – Ein Weg zur Gleichberechtigung“ weiterlesen

Grundgesetz Artikel 3 und die neue Sorgerechtsregelung

Es ist faszinierend, gerade während in Deutschland sich auf Grund eines Herrenwitzes die Sexismus-Debatte in allen Töpfen überkocht verabschiedet der Bundestag mal wieder ein Gesetz, mit der der Sexismus gegen Männer zwar etwas aufgeweicht wird, aber trotzdem noch legitimiert in ein Gesetz gegossen wird. Es geht um die Frage des gemeinsamen Sorgerechts nicht verheirateter Eltern. Und die Tatsache, dass Männer den neuen Gesetzesentwurf zwar als Verbesserung würdigen dürfen, zeigt wie groß die Schieflage vorher gewesen ist, denn Männer sind immer noch zu Eltern zweiter Klasse vor dem Gesetz. „Grundgesetz Artikel 3 und die neue Sorgerechtsregelung“ weiterlesen

Das gemeinsame Ja zum Kind – Fazit eines Leserartikels auf Zeit Online.

Es Begann am 5.8.2011. Mit folgendem Leserartikel auf Zeit Online http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2011-08/schwangerschaft-kind-sorgerecht-finanzen 516 Kommentare später ist es Zeit für ein Fazit:

Es war kaum zu erwarten, dass eine Forderung nach selbstbestimmter Familienplanung für Männer uneingeschränkte Zustimmung erfährt. Dass sich die Kritik dabei auf die gleichen Argumente stützt, welche die Feministinnen in den 60ern und 70ern zu hören bekamen, als sie mit der gleichen Forderung in die Diskussion um den §218 einstiegen, überrascht aber doch im Großen und gassen lassen sie sich auf folgende drei Punkte runterbrechen:

  1. Die wollen doch nur verantwortungslosen Sex
  2. Sollen sie doch verhüten
  3. Interessant, aber das lässt sich nicht mit unserer bestehenden Rechtsordnung vereinbaren

Vor allem der Verweis auf die Rechtsordnung wird dabei durch Betrachtung der Geschichte relativiert. Noch 1975 lehnte das Bundesverfassungsgericht die Liberalisierung das §218, u. A. mit der Begründung ab:

„Der Staat muss grundsätzlich von einer Pflicht zur Austragung der Schwangerschaft ausgehen.“

Größeres Recht (des ungeborenen Lebens auf Unversehrtheit) schlägt kleineres Recht (auf ein selbstbestimmtes Leben der Frau). Und hier zeigt die Geschichte, dass durchaus kleineres Recht auch größeres schlagen kann, denn was nützt es dem Kind wenn es ungewollt ausgetragen wird und vernachlässigt und misshandelt qualvoll in der Elternwohnung stirbt oder in sozial labilen Zuständen aufwächst, weil der Vater den Unterhalt für das nicht gewollte Kind mit jedem Mittel verweigert oder die Mutter wegen jeder Kleinigkeit vor Gericht ziehen muß.

Eine ergebnisoffene Beratung mit Orientierung am Kindeswohl ist das einzige, womit der Staat dem ungeborenen Kind helfen kann, wenn er nicht selber die Verantwortung für die ungewollte Geburt tragen möchte.

Es ist doch fraglich, warum die gleiche Forderung mit der die Feministinnen ihren Freiheitskampf angetreten haben, für den Mann so abwegig erscheint.

Als wäre der Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes nur für Frauen geschrieben worden.

Solange der Mann kein Entscheidungsrecht hat, muss man sich über die steigende männliche Zeugungsverweigerung kaum wundern.

Die Untersuchungen von Prof. Proksch zum gemeinsamen Sorgerecht (geS) zeigen, dass Männer durchaus bereit sind diese Verantwortung zu tragen, wenn sie denn an der Entscheidung fürs Kind z.B. durch das geS beteiligt sind. Ergebnis der Studie aus dem Jahre 2003 ist eindeutig.

Ich bin mir sicher: Es ist besser für das Wohl des Kindes, der Mutter und des Vater, wenn aus dem Zustand „ich bin Schwanger“ die gemeinsame Aufgabe „Wir bekommen ein Kind“ wird. Dafür muss man nicht zwingend zusammenleben. Man muss nur das Recht des Kindes auf beide Eltern achten.

Natürlich würden viele Paare keinen Vor- oder Nachteil von dieser Gesetzesänderung haben, weil sie sich ohnehin gemeinsam für das Kind Entscheiden, aber wenn eine Minderheit fehlende gesetzliche Regeln zum Schaden der anderen Beteiligten ausnutzt muss ein Gesetz wie Regeln schaffen.

Ich würde mir für meinen Sohn jedenfalls wünschen, dass er ohne Paranoia in eine Beziehung gehen kann, weil das Gesetz ihm die gleichen Möglichkeiten zur selbstbestimmten Familienplanung bietet wie jetzt schon seiner Schwester.

Das bedeutet, dass er sich im Zweifelsfall auch gegen eine Vaterschaft entscheiden kann.