Das Problem Medienkompetenz: Die Angst der Eltern vor dem Killerspiel

Kürzlich war mal wieder Elternabend. Eines der Themen war „Telespiele“. In einer Waldorfschule ist dies fast synonym zu verwenden mit dem Begriff „Killerspiele“.

Mir tun diese Vorträge ja mit schöner Regelmäßigkeit in der Seele weh. Bringen sie doch eine gewisse Verzweiflung zum Ausdruck, welche die meisten Eltern (Wahrscheinlich nicht nur an diesen Schulen) umtreibt. Ihre Kinder wachsen in einer Welt auf, welche soweit vom Erfahrungshorizont der Eltern entfernt ist wie der Pluto vom Merkur. Die Kinder wachsen im sogenannten globalen, digitalen Dorf auf während ihre Eltern froh waren, wenn sie mal aus ihrer Stadt herauskamen. Ihre Kinder können die Wissensarchive der Welt anzapfen, während die Eltern seinerzeit froh sein mussten, im heimischen Lexikon oder der lokalen Bücherhalle den Lebenslauf von Picasso fürs Schulreferat zu finden. Ich will den Begriff des globalen Dorfs nicht verherrlichen, denn letztendlich ist es schwierig in diesem Füllhorn an Informationen ohne Führung wirklich jene Informationen zu finden, welche das eigene Leben bereichern. Letztendlich ist dieses globale Dorf ebenso eine Illusion, wie die Vorstellung einiger Großstädter, dass dreihundert Jahre Landwirtschaft und Inzucht aus einer Dorfgemeinschaft eine liebenswerte Lebensgemeinschaft formen. Aber diese Grenzenlosigkeit beunruhigt Eltern ebenso wie die – für sie meist nicht nachzuvollziehende – Affinität ihrer Kinder zu Computer- oder gar Killerspielen. Jene 3D-Ego-Shooter, welche zu jeder Gelegenheit wo ein junger Mensch ausrastet als Quell der Sünde und direkter Weg zur Hölle stigmatisiert wird. „Das Problem Medienkompetenz: Die Angst der Eltern vor dem Killerspiel“ weiterlesen