6 Gründe, warum sich Väter weniger für ihre Kinder engagieren als sie wollen

Spiegel Online hat gerade einen Kommentar veröffentlicht, der Männer aufforderte, sich ihrer Rolle als Väter mutiger zu stellen:

„Immer wieder beklagen Männer, sie hätten nicht genug Zeit für ihre Kinder – aber nach wie vor arbeitet nur ein Bruchteil in Teilzeit. Väter müssen mutiger werden.”

Bereits Anfang der 2000er-Jahre habe ich einen Artikel in einer Ausgabe der „Psychologie Heute“ gelesen, dessen Autor feststellte, dass sich Männer vor der Geburt vornehmen, mehr für ihre Kinder da sein zu wollen, als sie es nach der Geburt wirklich sind. Als Vater stimme ich der Aussage des Spiegel-Artikels zwar prinzipiell zu, leider habe ich über die Jahren mehr als genug Väter und ihre Erfahrungen kennengelernt, sodass ich feststellen muss: Mit „mehr Mut“ ist es leider nicht getan. Weshalb reicht Mut allein nicht aus? Die meisten Väter sind doch keine Idioten, die sich einfach nicht um ihre Kinder kümmern wollen (Ausnahmen bestätigen die Regel)?! Hier sechs Gründe, die fürsorgewillige Väter ausbremsen:

1. Männer verdienen mehr

Nein, hier geht es nicht um die absurde Gender Pay Gap, die künstlich aufgebläht wird, damit Bundesfamilienministerin Mauela Schwesig mal wieder ein Klagelied anstimmen kann, obwohl das eigentliche Problem die Berufswahl oder persönliche Lebensentscheidungen vieler Frauen sind. Es geht um eine im Juni 2014 veröffentlichte Auswertung der Elterngeldansprüche. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Väter im Schnitt 440 Euro mehr Elterngeld bekommen. Auch wenn die Presse es gern so darstellt, als würden Väter in der Hinsicht bevorzugt werden, ist das natürlich Humbug. Das Elterngeld kompensiert nur maximal zwei Drittel der Einkommensverluste. Im Umkehrschluss heißt das, dass Väter die zu Hause bleiben, pro Elterngeldmonat einen um 220 Euro höheren Einkommensverlust erleiden. Im bundesdeutschen Durchschnitt verdient Papa 1.714 Euro netto. Mama verdient 1.046 Euro. Wenn Mama zu Hause bleibt, sinkt das Familieneinkommen von 2.760 auf 2.415 Euro. Die Familie hat also 345 Euro weniger zur Verfügung als ohne dritten Esser. Wenn Papa daheim bleibt, sinkt das Familieneinkommen stattdessen um 565 auf 2.195 Euro. Noch schlimmer wird es wenn Papa 3.500 Euro netto verdient und Mama 2.040 Euro. Da das Elterngeld bei 1.800 Euro gedeckelt wird, liegt der Unterschied zwischen Mamas und Papas Elterngeld immer noch bei 440 Euro. Der Verlust am Familienkommen beträgt aber 1700 Euro, wenn Papa zu Hause bleibt, gegenüber 680 Euro, wenn Mama zu Hause bleibt. Das ist ein Verlust im Familieneinkommen von 31 Prozent gegenüber 12 Prozent, wenn Mama zu Hause bleibt. Mal ehrlich, liebe Frauen, wie viel Elternzeit würden sie ihrem Partner noch gönnen? Und mal ehrlich, liebe Männer: Ich kann es verstehen und sehe es eher als Verantwortungsbewusstsein, wenn Ihr in den sauren Apfel beißt und lieber noch ein paar Überstunden macht, damit es der Familie nach der Geburt nicht schlechter geht. Da es leider für viele Frauen immer noch ein Beziehungshindernis ist, wenn der Mann ebenso viel oder gar weniger verdient, wirkt das Elterngeld eher wie eine Herdprämie Plus. Nach einer Umfrage des Allensbach Institut ist das für 60 Prozent der befragten Väter der Grund, auf die Elternzeit zu verzichten, bzw. nur im Minimalumfang zu nehmen: Gründe für Verzicht auf elternzeit

 2. Die Mutter-Kind-Bindung

Es ist zwar mittlerweile wissenschaftlich bewiesen und – von bornierten Mütter-Lobbyverbänden abgesehen – unstrittig, dass Männer eine ebenso feste Bindung aufbauen können, wenn man sie lässt (oder wenn sie durch tragische Umstände gezwungen werden), aber machen wir uns nichts vor: In den ersten sechs Monaten nach der Geburt, wenn die Mutter stillt, ist es schwer, sie zu überreden, mal loszulassen und dem Vater das Feld zu überlassen. Ich kenne eine Frau, die bei einem einjährigen Kind den Wochenendumgang des Vaters mit dem Argument „Ich stille noch” verhindern wollte und empört reagiert hat, als sie von der Richterin „Dann stillen sie ab” zu hören bekam. Ich kann das sogar verstehen. Wenn man in Schwangerschaft und Wochenbett diese innige Beziehung aufgebaut hat, fällt es schwer, das Kleinkind loszulassen. Und als Vater innerhalb einer Beziehung ist es schon eine schwere Entscheidung, den Haussegen zu riskieren, indem man auch Zeit für das Kind einfordert. Und wenn es während der Schwangerschaft zur Trennung kam? Erst einmal hat er dann keinerlei Rechte, sondern nur eine Pflicht: zu zahlen. Wenn es die Mutter nicht will, müssen sich die Kerle alles vor Gericht erkämpfen. Wenn der Vater vor Gericht gewinnt, widmet ihm vermutlich der Hassprediger und Schutzpatron der alleinerziehenden Mütter Gunnar Schupselius in der BZ seine nächste Wutrede, weil eine hysterische Mutter ein aufgelöstes Kind zum Umgang übergeben musste. Ob in der Beziehung oder außerhalb: Wenn die Mutter nicht will, muss der Vater schon sehr selbstsicher sein, um festzustellen, dass es gut und wichtig für das Kind ist, wenn er eine Bindung zu ihm aufbaut, und das dann auch noch gegen den Willen der Mutter durchzusetzen. Und damit kommen wir zu Punkt 3.

3. Die Unsicherheit: „Kann ich das überhaupt?”

Im Grunde genommen ist das der albernste Grund, denn machen wir uns nichts vor: Seit dem Ende der Großfamilien gibt es überhaupt keinen Grund mehr zu der Annahme, eine Frau könne besser mit einem Kind umgehen als ein Mann. Den Erfahrungsvorsprung, den Frauen früher hatten, weil sie kleine Geschwister oder die Kinder der großen Geschwister betreut haben, hat heutzutage kaum eine Frau. Oder gibt es einen anderen Grund, warum Deutschland das Land der Erziehungsratgeber ist? Die Bücher werden selten von Männern gekauft, höchstens als ironisches Geschenk für den Junggesellenabschied. Aber die Sorge ist da, und leider ist der Mangel an Erfahrung bei jungen Müttern einer der wichtigsten Gründe, weswegen diese dem Vätern viel zu wenig zutrauen und oft eine Krise bekommen, wenn Väter ihren eigenen Erziehungsstil pflegen. Erstens fehlt solchen Müttern das Selbstbewusstsein, einen männlichen Erziehungsstil nicht als Kritik an ihren weiblichen Methoden zu sehen. Zweitens mangelt es vielen an der Fähigkeit, souverän zu erkennen, dass das Kind die Mutter nicht weniger lieb hat, nur weil es den Vater mit seinem Stil liebt. In einem Extremfall gipfelt das in Maternal Gatekeeping, bei der die mütterliche Sorge den Vater aus der Erziehung drängt. Im Anderen Extremfall gipfelt es in Kindern, die zwei Mütter haben, nur dass die eine davon einen Penis hat – der Vater erzieht wie eine Mutter, woran er zwangsläufig scheitern muss, was ihn ebenso zwangsläufig zum Elternteil zweiter Klasse macht. Eine solche Pseudo-Harmonie ist auf Dauer wenig hilfreich, sie gefährdet Elternschaft und Beziehung gleichermaßen. Umso größer wird der Schrecken, wenn die Beziehung aus dieser Pseudo-Harmonie heraus scheitert und der Vater nach der Trennung plötzlich seinen eigenen Stil pflegt. Es ist nicht unmöglich, hier ein gedeihliches Miteinander zu finden, aber gerade mit Müttern, die selbst keine positiv besetzte Vaterfigur haben, fällt es Männern manchmal leichter, in der Firma ein Fünf-Millionen-Euro-Projekt termingerecht abzuschließen als eine beziehungskonforme Lösung zu finden, in der man sich nicht selbst verraten muss. Vor allem, wenn man nicht weiß, wie wichtig ein engagierter Vater ist.

4. Karriere ist zuverlässiger

Machen wir uns nichts vor: Spätestens nach der Trennung sind wir Väter Elternteil zweiter Klasse. Vor dem Gesetz sind Väter sowieso immer noch die Doofen. Es gibt nicht wenige Paare, bei denen es zum Konfliktpunkt wird, wenn man das Thema gemeinsames Sorgerecht anspricht. Plötzlich rasen bei ihr die Gedanken:

„Vertraut er mir nicht?“ „Will er sich trennen?“ „Will er mir die Kinder wegnehmen?”

Einem Hamburger Freund von mir, der seine Zwillingstöchter nach der Trennung drei Jahre lang im Wechselmodell erzogen hatte, wurden erst vor wenigen Tagen die Kinder weggenommen, weil die Mutter beschlossen hatte, 200 Kilometer fortzuziehen – ohne berufliche oder familiäre Notwendigkeit, einfach nur, weil sie den Wunsch hatte, auf dem Land zu leben. Das während des familienrechtlichen Verfahrens erstellte Gutachten war eindeutig:

„Soweit die Mutter dabei bleibt, ihren Lebensmittelpunkt … in so großer Entfernung zu behalten, ist vor dem Hintergrund der Entwicklung der familiären Beziehungen … zu empfehlen, dass die Kinder ihren Aufenthalt beim Vater finden.“

Die Richterin fand es dennoch richtig, wenn die Mädchen aus ihrem gewohnten Lebensumfeld, aus ihrer Schule – sie haben soeben das erste Schuljahr beendet – und aus ihrer gewohnten Bindung zum Vater gerissen werden. Warum also soll man sich als Mann heutzutage in Deutschland auf so etwas wie Familie verlassen? Karriere ist wenigstens zum größten Teil von den eigenen Leistungen abhängig. Natürlich kann ihnen mal eine Quotenfrau den Posten im Aufsichtsrat eines DAX-Unternehmens wegschnappen, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht so groß, dass viele Männer in ihrer Lebensplanung darunter leiden. In der Regel wissen sie bei ihrer Karriere, was sie zu erwarten haben. Dank der in Deutschland immer noch sehr mutterorientierten Sorgerechts- und Umgangsverteilung kann ein Mann das über seine Kinder leider nicht sagen. Wundert sich jemand, dass Männer unter diesen Umständen heute eher in Zeugungs- und Beziehungsstreik gehen und lieber auf das „sichere Pferd“ Karriere setzen? Im Problemfall ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Väter die Familie weiter finanzieren, ohne Teil von ihr zu sein. Im Extremfall geht es ihnen wie Roland Rehmet und dem Ex-Partner von „Anna“, die sich heute selbst als Mörderin bezeichnet. Sicher, das ist nicht immer so. Die meisten Frauen sind daran interessiert, die Kinder als Paar oder zumindest als Eltern gemeinsam großzuziehen. Aber wer kennt heute nicht Väter, die fünfstellige Beträge in familienrechtliche Auseinandersetzungen investieren müssen, statt es für die Bildung ihrer Kinder oder angenehme Freizeitaktivitäten auszugeben? Das deutsche Sorgerecht ist nun mal eher an Konfliktförderung orientiert, weil Gleichberechtigung zwischen den Eltern im Zweifelsfall weniger wichtig ist als einen Deppen zu haben, der im Zweifelsfall dem Sozialstaat Kosten abnimmt.

5. Die gesteigerte Erwerbsobliegenheit

Nach der Trennung? Dann dürfen sie sich vor allem als unverheirateter Vater jedes Recht mühsam erkämpfen. Selbst wenn sie das Recht der Kinder auf beide Eltern durchsetzen und ihre Kinder regelmäßig sehen – passen Sie gut auf oder verdienen Sie viel! Denn ob sie das Kind nur einmal im Jahr sehen oder 45 Prozent der Fürsorge übernehmen, ist im Unterhaltsrecht egal. Da gibt es nur Vollerzieher oder Vollzahler oder Paare die sich das exakt (!) 50:50 teilen, wie der Bundesgerichtshof im November 2014 noch einmal festgestellt hat. Hat die Mutter auch nur einen Tag im Monat mehr Erziehungszeit, muss der Vater den Unterhalt dennoch fast vollständig entrichten – als Barunterhalt an die Mutter. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob er auch die Miete für ein extra Kinderzimmer bezahlen muss oder die Kinder zu 45 Prozent selbst verpflegt und einkleidet. Da kann er von Glück reden, wenn ihm die von der Mutter als Beistand eingesetzte Jugendamts-Mitarbeiterin – wozu selbst Unterhalt eintreiben, wenn man das Jugendamt instrumentalisieren kann? – um eine Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle herabstuft und er 18 Euro weniger zahlen muss. Wie gnädig! Und ganz wichtig: Natürlich können sich diese Väter ihr Privatvergnügen der Kindeserziehung nur leisten, wenn sie genug verdienen, um trotz Arbeitszeitreduzierung den vollen Unterhalt zahlen zu können. Ansonsten greift die gesteigerte Erwerbsobliegenheit: Wenn sie in Vollzeit 2.850 Euro verdienen, zahlen sie für zwei Kinder je nach Alter zwischen 578 und 804 Euro. Wenn eines der Kinder unter drei Jahren ist, kommen 450 Euro Betreuungsunterhalt hinzu. Im ungünstigsten Fall (ein Kind unter drei, eines älter als 12) zahlt ein solcher Vater 1.111 Euro – egal, ob er aufgrund der 45 Prozent Betreuungsaufwand seine Arbeitszeit auf 25 Stunden gekürzt hat. Da kaum jemand mit einem Einkommen von 1.780 Euro, das bei 25 Stunden pro Woche übrig bleibt, so viel Unterhalt zahlen kann, wenn er obendrein eine kindertaugliche Wohnung finanzieren will, werden Väter vom Gesetzgeber gezwungen, in Vollzeit zu arbeiten. Wenn sie dann keine Zeit mehr haben, um für ihre Kinder da zu sein? Dumm gelaufen! Das interessiert weder den Richter noch Frau Ministerin Schwesig. Die singt lieber noch einmal ihr Loblied auf „Wonderwoman“, was im Schwesigschen Neusprech die Bezeichnung für Alleinerziehende ist.

6. Die Stiefmutter

Ich habe Hochachtung vor Frauen, die sich auf Männer mit Kind einlassen und es akzeptieren, dass es schon Kinder im Leben dieses Mannes gibt und er sich um sie kümmert. Leider gibt es durchaus Frauen, die es toll finden, mit so engagierten Vätern eine Familie zu gründen, wenn diese bereit sind, die Kinder aus der vorherigen Beziehung bei der Ex-Frau zu lassen. Klar, als Mann muss man da nicht drauf eingehen. Ich persönlich habe in den 13 Jahren zwischen Trennung und zweiter Ehe fünf langfristige Beziehungen gehabt. Zwei davon waren mit Frauen, die unbedingt Kinder mit mir haben wollten. Als das Thema konkret wurde, stellte sich aber heraus, dass es nur unter der Bedingung sein sollte, dass meine Kinder da keine Rolle spielen. Für mich war das nie eine Frage. Ich hätte mir weder von meinen Kindern vorschreiben lassen, mit wem ich meine Zukunft aufbaue, noch von meiner Partnerin, ob ich meine Kinder dabei haben will. Allerdings kenne ich Väter, die eine fürchterliche Trennung hinter sich haben – mit einer in ihrer Eitelkeiten verletzten Ex-Partnerin, die alles daran setzte, dass die Kinder ihren Hass auf den Vater übernehmen. Da kann ich es schon nachvollziehen, wenn sich ein Mann in Deutschland schweren Herzens dazu entschließt, lieber mit einer respektvollen Frau eine Zukunft aufzubauen und die Kinder bei der Mutter zu lassen. Unterstützung von Jugendämtern und Familiengerichten ist bei uns leider immer noch Glückssache. Deutschland ist gerade wieder vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EuGH) gerügt worden, weil wir über keine effektiven Rechtsmittel verfügen, mit denen ein Vater Umgangsverweigerung unterbinden kann. Im konkreten Fall hat der klagende Vater über zehn Jahre hinweg durch alle Instanzen versucht, den Kontakt zu seinem Kind aufrechtzuerhalten. Er kämpft immer noch, hat sein Kinder vor Jahren das letzte Mal gesehen. Doch obwohl es gerichts- und aktenkundig ist, dass die Mutter den Umgang sabotiert und die Seele des Kinds manipuliert, verhelfen die deutschen Richter dem Mann und seinem Nachwuchs nicht zum Umgang.


Auch wenn es für mich nie eine Option gewesen wäre: Ich kann Männer verstehen, die sich in so einer Situation gegen ihre Kinder entscheiden und sich mit den so ersparten Prozesskosten lieber eine neue Existenz mit einer anderen Frau aufbauen. Wenn sich Frauen trennen, bekommen Männer gern den Spruch zu hören: „Es gehören immer zwei dazu.“ Sicher, das ist meist richtig, allerdings nicht nur, wenn es darum geht, Frauen von ihrer Verantwortung freizusprechen. Der Spruch gilt gleichermaßen, wenn man Männern vorwirft, dass sie sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern. Da gehören oft sogar mehr als zwei dazu. Für mich wäre es nie ein Thema gewesen, aber mir haben auch drei Aspekte einen Vorsprung vor vielen jungen Väter verschafft: Erstens war mir eine Karriere relativ egal, denn lange vor der Generation Y habe ich mich entschieden zu arbeiten, um zu leben, und nicht umgekehrt. Zweitens hatte ich selbst einen Vater, der mich für seine neue Familie zurückließ, und ich weiß, wie scheiße sich das als Kind anfühlt. Ich hätte alles getan, um meinen Kindern dieses Gefühl zu ersparen. Und drittens habe ich – siehe Punkt 3 – nie an meinen Fähigkeiten als Vater gezweifelt. Ich habe eine elf Jahre jüngere Halbschwester mit großgezogen. Ich habe bereits mit elf Jahren im Krankenhaus gelernt, wie man einem kleinen Mädchen die Windel wechselt, ohne dass es einen Blaseninfekt bekommt. Ich habe meiner Schwester Laufen und Fahrradfahren beigebracht und sie ins Bett gebracht. Ich wusste, wie all das geht, bevor ich selbst Kinder hatte. Als Belohnung hat mein Sohn bereits mit fünf Jahren gesagt, dass er zu mir zurück will. Da gab es gar keine Alternative. Ich würde mich immer wieder so entscheiden, aber das heißt nicht, dass ich Väter nicht verstehen kann, wenn sie den anderen Weg gehen. Da das Familienministerium Männer offensichtlich nur bis zur Trennung für seine Klientel hält, ist es für Männer immer noch schwer, sich mit dem Wunsch auf eine ausgefüllte Vaterrolle durchzusetzen. Um auf den Text bei Spiegel Online zurückzukommen: Das hat nichts mit Mut zu tun, sondern damit, dass Männer im deutschen Familienrecht nach wie vor massiv diskriminiert und nicht als vollwertiger Erziehungsteil akzeptiert werden.

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9 Antworten auf “6 Gründe, warum sich Väter weniger für ihre Kinder engagieren als sie wollen”

  1. Ganz lieben Dank für diesen Artikel. Kämpfen Sie bitte weiter für Väterrechte! Ich finde es einfach nur schlimm, wie verlogen das Thema Familie behandelt wird. Genau das steht doch einer Emanzipation von Frau und Mann im Wege. Und für die Kinder ist das auch verheerend. Mit lieben Grüßen von einer Stiefmutter 😉

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