13 Wahrheiten über das Wechselmodell

Nachdem der Europarat in seiner Resolution 2079 die europäischen Mitgliedsstaaten aufgefordert hat, für eine paritätische elterliche Sorge (z.B. durch Wechselmodell) die Grundlagen zu schaffen, bekommen die Alleinerziehendenlobby, Juristenverbände und sonstige Trennungskriegsgewinnler kalte Füße und beginnen zu gegen das Wechselmodell zu trommeln. Es wird so getan, als wäre das Anordnen des Wechselmodelles ein Paradoxon. Als würde ein „Standard Wechselmodell“ bedeuten, dass künftig alle Trennungseltern in diesem Modell erziehen müssten. Es ist ja auch heute nicht so, dass alle dem heutigen Standard „Residenzmodell: Das Kind kommt zur Mutter“ folgen würden.

Es wird so getan, als wären die bemitleidenswerten Mütter, die bei der Familienplanung etwas nachlässig den Partner ausgewählt haben, plötzlich rechtlos dastehen. Das ist natürlich Quatsch. Aber in einer Zeit, wo der Spiegel sogar auf seiner Titelseite die etwas ketzerische Frage stellt »SIND VÄTER DIE BESSEREN MÜTTER?«, werden sich Mütter leider daran gewöhnen müssen, dass in einer Zeit wo jeder nach Gleichberechtigung in der Arbeitswelt ruft, diese Gleichberechtigung auch langsam im Familienrecht ankommt.

Ebenso wenig, wie sich ein Mann in der Arbeitswelt heute noch darauf verlassen kann, dass er sich alleine Aufgrund seines Geschlechtes gegen eine gleich oder besser qualifizierte Konkurrentin durchsetzen kann, so müssen sich leider auch die Mütter daran gewöhnen, dass ihr Geschlecht vor Gericht langsam den Sonderstatus verliert. Die Gerichte erwarten immer öfter, dass die Mütter kooperativ mit dem Vater Lösungen entwickeln (und natürlich umgekehrt).

Im Grunde genommen gibt es gerade für die Mütter viele gute Gründe, sich über das Etablieren des Wechselmodells als Betreuungsstandard zu freuen.

Hier mal 13 davon.

1.) Man spart sich einen Babysitter

Jede zweite Woche eine Woche sturmfreie Bude erspart ihnen eine Menge Organisation mit Babysitter etc.. Mit Freundinnen einen heiteren Kochabend veranstalten. Ins Kino oder Tanzen gehen ist alles kein Problem mehr. Es fällt auch leichter, sich wieder auf dem Beziehungsmarkt umzusehen, ohne dass ihr Kind beim nächtlichen Aufwachen gleich ihren neuen Lover kennenlernen muss. Gerade was neue Beziehungen angeht, ist es extrem hilfreich, die regelmäßige kinderfreie Zeit nutzen zu können, um sich gegenseitig etwas besser kennen zu lernen, bevor die Kinder den potentiellen Stiefvater, Bonuspapa oder Onkel Bruno kennenlernen.

Selbst ein spontanes Liebes-Wochenende in Venedig ist realistisch, weil sie wissen, dass ihre Kinder jede zweite Woche versorgt sind.

Auch für den neuen Partner ist es angenehmer, wenn er langsam an die Familie heranführt wird und nicht gleich nach dem Liebesakt seinen Coffee-ToGo in die Hand gedrückt bekommt, weil sie wissen, das Klara-Luise gleich aufwacht und bei ihnen im Schlafzimmer steht.

2.) Nicht mehr die ganze Verantwortung liegt auf ihren Schulter

Wenn festgestellt wird, dass eine Knochenzyste vielleicht eine größere OP erfordert, ist es schon angenehm, wenn man sich darüber mit jemanden auseinandersetzen kann, dem das wohl des Kindes ähnlich stark am Herzen liegt.

Ebenso wie es unglaublich angenehm ist, wenn sie zwei Kinder haben, und bei dem einen festgestellt wird, dass die Niere operiert werden, und er drei Wochen streng im Krankenhaus auf dem Rücken liegen muss. Wenn sie sich diese Aufgabe mit jemanden teilen können, werden sie drei Kreuze machen.

Außerdem (siehe Punkt 1): Es tut Eltern durchaus mal gut, wenn sie jede zweite Woche einfach nur mal an sich denken und ihre Akkus wieder auftanken können und keine Kindergeburtstage oder Sportveranstaltungen im Kopf haben müssen. Auch davon profitieren die Kinder (sogar schon in einer funktionierenden Kernfamilie).

Überall hört man, dass Alleinerziehende ja so überlastet sind. Warum wehren sie sich dann so sehr dagegen, die Lasten zu teilen?

3.) Artikel 7 Absatz 1 der UN-Kinderrechtskonventionen

„Das Kind … hat … soweit möglich das Recht, seine Eltern zu ken­nen und von ihnen betreut zu werden.“

Es geht also gar nicht primär um die Rechte der Väter, sondern um die Rechte der Kinder.

In einer Pressemitteilung der SPD-Fraktion zum Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention, verkünden die Kinderbeauftragte Susanne Rüthrich und der Sprecher der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sönke Rix:

Die SPD-Bundestagsfraktion wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die Vorgaben der UN-Kinderechtskonvention in Deutschland konsequent und transparent umgesetzt werden.“

Wie sollte der Paragraph 7 besser umgesetzt werden, als durch das Wechselmodell, wenn beide Eltern nach einer Trennung gleichberechtigt das Kind betreuen?

4.) Art.6 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Natürlich spielt auch das Recht der Eltern eine Rolle. Nur leider scheinen „Eltern“ bislang in der deutschen Gesetzgebung, spätestens nach der Trennung, nur aus „Mutter“ zu bestehen, was auch erklären würde, warum die Verfasser im Absatz 4 „Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.“ schreiben. Warum heisst es da nicht auch: „Eltern haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft“

Wenn die Mutter stirbt, dürfen Vater und Kind sehen, wo sie ohne Fürsorge der Gemeinschaft bleiben?

5.) Frauen können selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen

Im Wechselmodell haben beide Elternteile nach einer Trennung die Möglichkeit, vollzeitnah zu arbeiten. Vielleicht lässt sich damit die Gender Time Gap von 23% ebenso schließen, wie die Gender Pay Gap von 2-22% (wobei sich letztere schon schließen ließe, wenn Frauen etwas gewinnorientierter bei der Berufswahl und Work/Life-Balance wären). In der Woche wo das Kind beim Ex-Partner ist, kann man problemlos ein paar Überstunden machen, während man in den Umgangswochen pünktlich den Stift fallen lässt.

Den einen oder anderen Arbeitgeber wird man hier sicherlich erziehen müssen, aber das wäre durchaus etwas, wo der Gesetzgeber mal sinnvoll lenkend eingreifen kann, und 35 Stunden pro Woche sind im Wechselmodell durchaus machbar.

Die Arbeitgeber werden sich daran gewöhnen müssen, denn von den Vätern hätten sie bei einem Umgangsstandard „Wechselmodell“ kein anderes Arbeitsverhalten zu erwarten als von Müttern. Mann stelle sich vor: „Mutter sein“ wäre plötzlich kein Karrierekiller mehr.

Dagegen wundert es gegenwärtig überhaupt nicht, wenn Väter bessere Karrierechancen haben und von Arbeitgebern möglicherweise bei der Beförderung bevorzugt werden. Solange sie noch in einer Kernfamilie leben, gleichen sie meist bereitwillig mit ein paar Überstunden den Einkommensverlust aus, unter dem die Familienkasse durch nur nur noch maximal Teilzeit arbeitende Mutter leidet. Und nach der Trennung haben sie überhaupt keinen Grund mehr, vielleicht mal früher nach Hause zu gehen.

Was kann sich ein Arbeitgeber besseres Wünschen?

Wen würden sie unter solchen Umständen lieber einstellen oder befördern: Die Residenzmodellmutter oder den Wochenend-Papa? Im Wechselmodell wäre jeder Elternteil jede zweite Woche dafür zuständig, die Kinder aus dem Kindergarten abzuholen oder im Krankheitsfall zu pflegen. Da gibt es keine Vorteile mehr.

6.) Familie wird für beide Elternteile zum Karriererisiko

Dass klingt schlimmer als es ist. Eigentlich ist es der größte Pluspunkt, denn welche Alternativen hätten die Unternehmen, als sich mit diesem Umstand zu arrangieren, und damit Familie überhaupt nicht mehr zum Karriereproblem werden zu lassen.

Nur noch Singles einstellen?

Die Ungebundenheit dieser Arbeitnehmer hat leider andere Nachteile. Ein lukratives Jobangebot in Berlin verführt einen Lüneburger Single schneller zum Jobwechsel, als einen Familienvater.

Wenn das Wechselmodell nach der Trennung Standard wäre, bräuchten sich Frauen nicht mehr alleine die inquisitorischen Fragen nach ihrer Familienplanung anhören.

Betriebskindergärten würden sich für wesentlich mehr Unternehmen lohnen, wenn nicht nur die Mitarbeiterinnen auf sie angewiesen wären.

Letztendlich würde Gleichberechtigung im Familienrecht die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt weiter voranbringen, als jede Quote und andere gesetzliche Gängelung mit der gegenwärtig die Frauenministerin Schwesig, die weibliche Opferlegende am Leben zu erhalten versucht.

Auch das ist eine Lektion die man aus der elterlichen Gleichberechtigung in den Skandinavischen Ländern ziehen kann. Erst wenn auch männliche Abteilungsleiter Meetings nach 16:00 canceln, weil sie Kinderwoche haben, und die Kleinen aus dem Kindergarten abholen müssen, wird sich die deutsche Meetingkultur ändern.

diagramm

Wenn Frau Schwesig aber auf der einen Seite inzwischen zweimal im Jahr darüber klagt, dass Frauen ja schlechter bezahlt werden und sie auf der anderen Seite nichts tut, um die, für diese Strukturen mit verantwortlichen, Umgangs- und Unterhaltsrechte zu ändern, dann muss sie sich nicht wundern, wenn sie in der Öffentlichkeit unaufrichtig und heuchlerisch rüber kommt.

7.) Väter erziehen anders und das sollten Kinder auch nicht nur an jedem zweiten Wochenende, sondern im Alltag mitbekommen.

Anders heißt nicht besser oder schlechter. Da braucht es keine Konkurrenz zwischen den Eltern zu geben. Ebenso wie es keine Konkurrenz zwischen den Farben Schwarz und Weiß im Yin Yang gibt: Mit einer Farbe allein wird das Symbol nicht zum Kreis. Ebenso wird ein Kind ohne das väterliche und mütterliche Element in der Sozialisation nur schwerlich vollständig.

Auch Väter sind enorm wichtig für eine gesunde psychische Entwicklung:

Denn findet der Vater zu Hause zu wenig statt, gerät das Leben der Kinder leichter in eine Schieflage. „Mädchen reagieren sozial unauffälliger, da die Folgen eher in psychosomatischen Beschwerden oder depressivem Verhalten sichtbar werden.“

Als junge Frauen würden sie häufiger ungewollt schwanger und öfter Opfer von sexuellen Übergriffen, da sie mit männlichen Forderungen nicht souverän umgehen könnten, so Schad in einem Vortrag. Auch hätten sie es oft schwer, positive, lang andauernde Beziehungen einzugehen. „Sie pendeln zwischen Idealisierung des Mannes und Verachtung, da der Idealisierung notwendigerweise die Enttäuschung folgt.“

Meine Tochter drückte es so aus Väter vermitteln ein anderes Lebensgefühl.

Das Gefühl, dass es auch mal was riskieren kann, was nicht nur wichtig für das Privatleben, sondern auch für das Berufsleben ist. Frauen, und das kann ich als Frau nachvollziehen, sind nun mal ängstlicher, wenn es um ihre Sprösslinge geht.

Speziell zu den Jungen sagt der Psychologe Matthias Franz:

Jungen orientieren sich, bei aller Liebe, ab einem gewissen Zeitpunkt eher an männlichen Idealen, bestenfalls an ihren Vätern.

Sie brauchen auch deren Vorbild und auch Auseinandersetzung, um sich später abgrenzen und ihren eigenen Weg gehen zu können. Kinder, deren Väter eine aktive Rolle in der Familie spielen, erreichen ein höheres Bildungsniveau, rauchen seltener, und werden weniger häufig kriminell.

Wenn Väter sich nach einer Trennung zurück ziehen oder Mütter ihr Verhältnis zu den Vätern nicht geklärt haben, ihren Kindern womöglich einen Umgang erschweren oder verbieten, dann vergreifen sie sich an ihrer Entwicklung. Wir haben es heute mit einer vaterhungrigen Generation zu tun, deren Bedürfnisse immer weniger gestillt werden.

Dafür ist eben nicht, wie die Mütterlobby es gerne kolportiert, die „Quality Time“ mit dem Vater relevant. Die Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert fasst auf Spiegel Online sehr schön zusammen:

Es zeigte sich, dass die Vater-Kind-Bindung auch bei jenen Vätern gut entwickelt sein kann, die die vermeintlich pädagogisch wertvollen Angebote kaum vorhalten. Wenn die Väter – nach einem Zufallsprinzip – von der App aufgefordert wurden, zu melden, was sie gerade taten und wo sie waren, lasen sie oft keine Bilderbücher vor oder spielten direkt mit dem Kind.

Offenbar ist die sogenannte Quality Time, die bisher entscheidend für die Entstehung einer Bindungsbeziehung gehalten wurde, bei Vätern weniger wichtig.

Es sind eher die für die Kinder wichtigen Alltagssituationen, in denen der Vater als präsent erlebt wird – als die schützende Person, die nachts ans Bett kommt, wenn sie schlecht geträumt haben, oder die sich auch mal Zeit nimmt, sie vom Kindergarten abzuholen oder andere Alltagsroutinen durchbricht.

Natürlich muss das Kind eines alleinerziehenden Elternteiles nicht zwangsläufig auf die schiefe Bahn geraten, aber Ich war selber einige Jahre Alleinerziehend, und ich weiß aus dieser Erfahrung wie schwer es ist, die Abwesenheit des anderen Elternteils zu kompensieren.

Es ist schon schlimm genug, wenn man diesen Mehraufwand ab und zu betreiben muss, aber es ist unnötig dies zu forcieren, nur weil einige Mütter die normale Loslösung aus der Symbiose verpasst haben.

Für die Kindesentwicklung ist es gesünder, wenn sich das Kind die jeweiligen Stärken auch beim jeweiligen Elternteil abholt.

8.) Väter sind auch Wähler

Ebenso wie Brüder, Schwestern und Großeltern väterlicherseits. Warum wundert sich die SPD eigentlich, wenn sie trotz durchaus beachtlicher Erfolge als Junior Partner der GroKo nicht aus ihrer 25% Bedeutungslosigkeit herauskommt. Wenn man ein Geschlecht für überwindungswürdig hält und in seinen Gesetzentwürfen dieses im Parteiprogramm verankerte Ziel auch so vehement verfolgt, muss man sich nicht wundern, dass dieses Geschlecht nicht vor Begeisterung zu den Wahlurnen rennt.

9.) Wenn Gleichberechtigung nach der Trennung herrscht, wird in der Beziehung auch mehr auf Gleichberechtigung geachtet

Die Auswertungen der Elterngeldzahlungen von 2014 zeigen einen durchschnittlichen Einkommensunterschied von 668 € netto zwischen Mutter und Vater.

Dadurch ist es zur Zeit so, dass das Residenzmodell die finanzielle Abhängigkeit der Mutter auch in der Beziehung forciert. Denn gegenwärtig fährt eine Mutter besser damit, im Falle einer Trennung auf einen Teilzeitjob + Unterhalt zu setzen, als ein Augenmerk auf die Karriere zu legen und nach der Trennung im Wechselmodell, den eigenen Unterhalt zu verdienen. Es wird im Interesse der Gleichberechtigung wichtig, dass dieser Anreiz wegfällt.

Für einen verantwortungsvollen Vater bringt das Wechselmodell keinen nennenswerten finanziellen Vorteil. Klar wenn er einer der Ausnahmefälle ist, welche die Mütterlobby gerne heranzieht, der das 25-Fache der Muttter verdient: Dann vielleicht, aber Sie können sich ja mal in ihrem Bekanntenkreis umhören, wieviele solcher Väter es wirklich gibt. Und jemand der soviel Geld verdient wird das auch nur tun, weil er viele Überstunden macht. Ich glaube, das sind im Zweifelsfall sowieso eher die Väter, die dann lieber Unterhalt zahlen.

Der Durchschnittliche Vater arbeitet im Wechselmodell ein paar Stunden weniger, um in seinen Kinderwochen ausreichend Zeit für die Kinder zu haben. Er braucht eine größere Wohnung – denn wenn die Kinder am Umgangswochenende auch auf dem Klappsofa schlafen können, brauchen sie im Wechselmodell eigene Zimmer. Er zahlt die Hälfte der Lebenshaltungskosten der Kinder. Sie können sich ja mal ausrechnen, wieviel Unterhalt er alleine dafür zahlen müsste, um mit der Erziehungsarbeit Gewinn zu machen. Finanziell ist das Wechselmodell insofern für die meisten Väter ein Nullsummenspiel. Deshalb ist die gerne kolportierte Unterstellung, „Väter wollen dass nur weil sie den Unterhalt sparen wollen“ ziemlicher Unsinn.

Der größte Vorteil des Wechselmodelles für die Väter ist nicht finanzieller Natur. Der größte Vorteil ist, dass er eine feste Bindung zu den Kindern aufbauen kann und als familienfinanzierender Wechselmodells- und zwischenzeitlich alleinerziehender Vater kann ich mir gar nicht vorstellen, mir dieses Erlebnis „abkaufen“ zu lassen.

Finanziell würden Väter überhaupt nur von einer Umkehrung des Residenzmodells profitieren. Und das natürlich auch nur, wenn die Frau ausreichend Geld verdient, um dann auch Unterhalt zahlen zu können. Ich habe noch von keinem Vaterrechtler gehört, der pauschal fordert, das Residenzmodell umzukehren.

Wenn eine Mutter also nach einer Trennung (inzwischen ist das ja eine 50:50 Chance ob es dazu kommt) standardmäßig mit einer gleichberechtigten Aufteilung der Kinder rechnen müsste, würde sie sich vermutlich weniger leichtfertig darauf einlassen, ihrer Karriere zu vernachlässigen, weil die Mutterrolle keine Pauschalversorgung mehr bietet.

Klar fällt das schwer, wenn der Vater schon vor der Geburt deutlich mehr verdient, Erziehungsarbeit gleichberechtigt aufzuteilen, aber es liegt ja durchaus in der Hand der emanzipierten Frauen, bei der Partnerwahl nicht mehr nur nach dem Versorgertyp Ausschau zu halten, sondern eher dafür sorgen gleichberechtigt versorgen zu können.

10.) Kindesunterhalt ist einer der Gründe weshalb alleinerziehende Mütter stärker von Altersarmut betroffen sind

Wenn Frauen mit einer 25 Stunden Stelle plus Unterhalt genauso gut über die Runden kommen, wie mit einer 40 Stundenstelle im Wechselmodell, mag das in der Gegenwart eine reizvolle Option sein. Würde ich auch sofort machen.

Langfristig schadet es ihr aber mehr, da auf den Kindesunterhalt keine Rente angespart wird.

Da die Karrierechancen mit späterem Einstieg in die Vollerwerbstätigkeit eher schlechter werden und insofern auch das Ansparen auf die Rente tiefe Einschnitte erfährt, ist es auch in Hinblick auf die Altersarmut besser, Erziehungsarbeit zu teilen, und wenn man das schon nicht in der Beziehung gemacht hat, weil man gehofft hat, man würde zu den anderen 50% gehören, die es bis zur Rente gemeinsam schaffen, dann sollte zumindest nach der Trennung gleich damit angefangen werden. Gerade bei unverheirateten Paaren, bei denen es keinen Versorgungsausgleich gibt.

11.) Manchmal müssen Väter auch gezwungen werden

Nach der Allensbacher Studie sind es zwar nur 11%, die wegen der eigenen Vermutung der Unfähigkeit mit einem Kleinkind umzugehen, zu hause bleiben, aber trotzdem ist gerade bei einer traditionellen Rollenverteilung während der Beziehung die Schwellenangst der Väter „Kann ich das überhaupt, alleine für das Kind zu sorgen?“ größer.

Vor allem wenn die Mutter eine Maternal Gatekeeper-Mutter ist, was immerhin 25% der Mütter sein sollen. Wenn Sie innerhalb der Beziehung nämlich erst Mal alles kritisiert hat, was der Vater mit dem Kind (vielleicht auch einfach nur anders) macht, ist es schwer dieses Selbstvertrauen zu haben.

Viele Väter stellen aber schon während der Umgangswochenenden fest, dass das gar kein Hexenwerk ist, und dass Väter, wenn man sie lässt, eine genauso feste Bindung zu den Kindern aufbauen können.

Insofern lernen viele Väter tatsächlich erst nach der Trennung, die Zeit mit den Kindern zu genießen. Und die Kinder ebenso – wenn man sie nicht in einen Loyalitätskonflikt treibt.

Also warum sollte man die Väter, mit einem entsprechenden Trennungsstandard, nicht ein wenig zu dieser Erkenntnis schubsen. Wenn sie es partout nicht wollen, steht es ihnen ja frei, mit den Müttern eine andere Lösung auszuhandeln.

12.) Vater helfen Töchtern Kompatibilität zu schaffen

Vera Birkenbihl sagt in einem Vortrag „Männer – Frauen. Mehr als der sogenannte Unterschied“ sehr schon

„Männer und Frauen sind eigentlich vollkommen inkompatibel, wie ein PC und ein Mac. Jeder hat seine Stärken und wenn sie lernen miteinander zu kommunizieren, dann sind sie zu Quantensprüngen fähig“


Aber wie soll die Tochter lernen mit einem Mann zu kommunizieren, wenn sie bis zu ihrer ersten Beziehung nie einen Mann im Alltag erlebt hat?

Ein Umgangswochenende reicht dafür bei weitem nicht, denn da ist die Begegnung immer ein Ausnahmezustand. Es kommt eben nicht nur auf die Qualität an, wie MutterechtlerInnen gerne weiß machen wollen, sondern die Quantität, sprich der Alltag entscheidet.

In einer Beziehung später wird auch nicht die Qualität von kurzen Begegnungen entscheidend sein, ob es zwischen den beiden klappt, sondern wie sie in der Quantität der Begegnung mit der Unterschiedlichkeit im Alltag klar kommen. „Romeo und Julia“ sind auch nicht daran gescheitert, dass die Qualität ihrer Begegnungen nicht ausreichend war, sondern weil sie es nicht geschafft haben die Quantität sprich die Probleme des Alltags, miteinander zu bewältigen. Mädchen lernen das mit ihrem Vater und Jungen mit der Mutter. Im Idealfall erleben sie das auch bei beiden Eltern, wenn diese es schaffen, auch nach der Trennung respektvoll miteinander umzugehen.

13.) Die klassische Rollenverteilung ist nicht kompatibel mit unseren Scheidungsquoten

Die klassische Rollenaufteilung funktioniert nur,  wenn die Beziehung hält und die Frauen nicht erst nach 7 Jahren Mutterdasein plötzlich in den Arbeitsmarkt zurückfinden müssen.

Jeder Elternteil ist gekniffen, wenn nach der klassischen Rollenaufteilung eine Trennung erfolgt. Die zuhausegebliebene Mutter, weil sie sich plötzlich nach 7 Jahren auf dem Arbeitsmarkt eine Karriere aufbauen muss, und der Vater weil er plötzlich als feste Bezugsperson lernen muss, den Alltag mit den Kindern zu managen.

Zugegeben, den Alltag mit den Kindern schmeißen zu lernen, ist einfacher als nach sieben Jahren noch die Vorstandskarriere in einem Dax-Unternehmen in Angriff zu nehmen, aber da es unter den familienfinanzierenden Unterhaltsvätern einen wesentlich höheren Anteil an Selbstmördern und Kontaktabbrechern gibt, kann nicht an einem überkommenen Rollenbild festgehalten werden nur, weil sich die Mutter daran gewöhnt hat, dass ein anderer ihren Lebensunterhalt finanziert.

Die Moral von der Geschicht

Für einen verantwortungsvollen Vater bringt das Wechselmodell keinen nennenswerten finanziellen Vorteil. Klar, wenn er einer der Ausnahmefälle ist, welche die Mütterlobby gerne heranzieht, der das 25-Fache der Muttter verdient: Dann vielleicht. Aber mal ehrlich: Sie können sich ja mal in ihrem Bekanntenkreis umhören, wieviele solcher Väter es wirklich gibt und jemand der soviel Geld verdient, der wird kaum daran interssiert sein, seine Arbeitszeit einem wechselmodellkompatiblen Pensum anzupassen. Ich glaube, das sind im Zweifelsfall sowieso eher die Väter, die dann lieber Unterhalt zahlen und jedes zweite Wochenende ihre Kinder bespaßen.

Der durchschnittliche Vater arbeitet im Wechselmodell ein paar Stunden weniger, um in seinen Kinderwochen ausreichend Zeit für die Kinder zu haben. Er braucht eine größere Wohnung – denn wenn die Kinder am Umgangswochenende auch auf dem Klappsofa schlafen können, brauchen sie im Wechselmodell eigene Zimmer. Er zahlt die Hälfte der Lebenshaltungskosten der Kinder. Sie können sich ja mal ausrechnen, wieviel Unterhalt er alleine dafür zahlen müsste, um mit seinen 50% Erziehungsarbeit Gewinn zu machen. Finanziell ist das Wechselmodell für die meisten Väter ein Nullsummenspiel. Deshalb ist die gerne kolportierte Unterstellung, »Väter wollen dass nur weil sie den Unterhalt sparen wollen« ziemlicher Unsinn.

Der größte Vorteil des Wechselmodelles für die Väter ist nicht finanzieller Natur. Der größte Vorteil ist, dass er eine feste Bindung zu den Kindern aufbauen kann. Als Ehemalige Familienfinanzierer, dann Wechselmodells- und zwischenzeitlich alleinerziehender Vater kann ich mir gar nicht vorstellen, mir dieses Erlebnis »abkaufen« zu lassen.

Finanziell würden Väter überhaupt nur von einer Umkehrung des Residenzmodells profitieren. Und das natürlich auch nur, wenn die Frau ausreichend Geld verdient, um dann auch Unterhalt zahlen zu können. ds war weder bei mir, noch bei den meisten alleinerziehenden Vätern, die ich kenne so. Die meisten leben ohne Unterhalt, und ich habe auch noch von keinem Vaterrechtler gehört, der fordert, als Standard das Residenzmodell umzukehren.

Die Taktik von MutterlobbyistInnen aus Einzelfällen eine Pauschalverurteilung eines Geschlechtes zu generieren ist auch keine sinnvolle Lösung. In ihren Pamphleten schreiben sie dann so dinge, wie:

»Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass wir feststellen mussten, dass die Forderungen eines Vaters nach einer abwechselnden Unterbringung, oder auch nach der alleinigen Unterbringung des Kindes, bei ihm, dem Vater, was es ja auch gibt, aus dem Wunsch heraus geboren wurde, die Ehefrau oder die Partnerin weiterhin in gewisser Weise terrorisieren zu können.«

Das klingt zwar für den Einzelfall schlimm, aber zur Verallgemeinerung taugt es nicht.

Stellen sie sich mal vor, man würde diese Methode umkehren und stattdessen folgende – ebenso wahre – Aussage schreiben:

»Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass wir feststellen mussten, dass Mütter ihre Kinder am Teppich nagend verhungern lassen haben, weil sie am Wochenende mal wieder Party machen wollten, und vergessen hatten, die Großmutter als Babysitter zu informieren.«

Sowas ist tatsächlich schon vorgekommen. Googlen sie einfach mal »Mutter lässt Kind verhungern«

Das passiert häufiger vor, als man es sich vorstellen mag.

Trotzdem käme niemand auf die Idee, Müttern deswegen pauschal das Sorgerecht zu entziehen oder pauschal eine gleichberechtigte Erziehung mit dem Vater strittig zu machen.

Natürlich gibt es Einzelfälle, bei denen das Wechselmodell unangebracht ist, aber zu denen zählen halt nicht die Fälle, wo eine Mutter sich wegen verletzter Eitelkeiten weigert das Kind zum Vater zu lassen. Oder jene Fälle, wo die Mutter lieber, wegen der bequemen Kombination aus 25 Stunden Arbeit pro Woche + Unterhalt, der Altersarmut entgegensegelt. Auch wenn die Anhänger des Residenzmodelles es alle Welt glauben lassen wollen, ist es kein Paradox gegen den Willen solcher Eltern das Wechselmodell anzuordnen.

Wie das Amtsgericht in Heidelberg sehr schön erklärte, kann es durchaus angebracht sein das Wechselmodell – auch gegen den Willen der Mutter – durchzusetzen:

»Die Voraussetzungen für ein Wechselmodell müssten allerdings vorliegen und dem Kindeswohl am ehesten entsprechen.

Voraussetzungen für das Wechselmodell seien

– Wohnortnähe zu den Einrichtungen der Kinder

– betreuungskompatible Arbeitszeiten

– ausreichender Wohnraum bei beiden Elternteilen

Keine zwingende Voraussetzung für das Wechselmodell sei, dass beide Eltern stets gut kooperierten. Es komme vielmehr darauf an, wie sie mit einer Meinungsverschiedenheit umgingen. Die Eltern seien aber auch gehalten, schwelende Trennungskonflikte zu beenden.«

Den üblichen Kritikern des Wechselmodelles sei durchaus der komplette Beschluss des Gerichtes ans Herz gelegt.

Man mag sich fragen, warum das Wechselmodell vom Familienministerium so hartnäckig ignoriert wird.

Vielleicht hat ja Paul-Hermann Gruner recht, wenn er auf Deutschlandradio sagt:

»Was nervt bei der Heroisierung der Alleinerziehenden, ist die Fehletikettierung ihrer Lebensform als großartig, unabhängig oder selbstbewusst. Peinlich ist die politisch korrekte Umschiffung der Erkenntnis, dass das Ein-Eltern-Phänomen anwächst auch aufgrund gezielter individueller Lebensweg-Entscheidungen. Ob aus Not, Wagemut oder Leichtherzigkeit – auf alle Fälle finanziert von der Solidargemeinschaft. …

Man könnte natürlich jetzt fragen, warum sich mehr als die Hälfte der Alleinerziehenden von den Vätern schon trennt, bevor das Kind überhaupt da ist. Warum Verhütung offensichtlich so kompliziert ist im 21. Jahrhundert. Warum man nichts wissen will von der Zahl der Kindesmisshandlungen durch überforderte Alleinerziehende. Ob nicht die armen Mütter genauso beziehungsunfähig sind wie die pauschal gescholtenen Väter. Ob überhaupt die Kultur der organisierten Vaterlosigkeit – mit Ersatzpapi Staat im Hintergrund – längst ein geheimes Leitmotiv ist.

Aber nein, solche Fragen sind tabu. So viel Frauenverachtung können wir nicht zulassen.«

Alleinerziehendsein zum Erfolgsmodell zu verklären, wenn 40 % dieser Alleinerziehenden ihren Familienernährerstatus durch Transferleistungen sicher stellt, wird sicherlich weder den Kindern helfen, noch zur Entlastung der Gerichte führen.

Wenn künftig nur noch die kritischen Einzelfälle geprüft würden, weil Eltern gleichberechtigt sind und nicht jeder Vater vor Gericht »seine Unschuld« beweisen muss (was die Mütterlobby leider unter Einzelfallprüfung versteht), bevor die Kinder ihn auch regelemäßig im Alltag erleben dürfen, dann könnten sich die Gerichte vielleicht auch wieder die Zeit nehmen, sich jene kritischen Einzelfälle gründlicher anzuschauen, welche die Mütterlobby zur Besitzstandwahrung heranzieht.

Damit wäre allem am meisten geholfen.

 

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12 Antworten auf “13 Wahrheiten über das Wechselmodell”

  1. Ganz großartig, vielen Dank dafür. Eine großartige Erwiderung an die unmenschlichen Aussagen von Frau Fuchs.

    Du hattest es schon angedeutet, ich will es noch mal betonen. Eine Frau, die sich hinter nicht in der Teilzeitfalle sehen will, kann es sich sehr einfach machen. Sie heiratet einfach einen Mann, der (perspektivisch) weniger verdient. Denn die Entscheidung wer kürzer tritt, ist zumeist erstmal durch die Finanzen geprägt. Ich finde es unverständlich, wie weibliche Hypergamie als wesentlicher Grund totgeschwiegen wird.

    Noch einen Aspekt vermisse ich, den irgendwie auch Frau Fuchs hatte. Ein Vollzeitberufstätiger Vater, der spätabends nach Hause kommt, sieht sein Kind vielleicht nicht so viel. Aber er wird ins Schlafzimmer schauen. Er wird mit seiner Frau die alltäglichen Dinge besprechen. Er ist auch wenn oft abwesend Teil der Familie. Und er verzichtet auf Familienleben zugunsten seiner Familie.

    Nach einer Trennung ist diese Vereinbarung passe. Es muß zwingend über Teilhabe neu verhandelt werden. Die außer von Frau Fuchs auch von den Gerichten geführte Argumentation, dass hier nur Kontinuität gewahrt wird, wenn der Vater zum Besuchspapi degradiert wird, ist unmenschlich und widerwärtig. Natürlich auch dem Kind gegenüber.

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    1. Danke, letzteres hatte ich schon in meiner Antwort auf das Pamphlet der Mutterlobby zum Wechselmodell geschrieben. Natürlich sieht auch ein familienfinanzierender Vater in der Kernfamilie mehr von seinen Kindern und hat auch Einfluss auf ihre Psyche, jene Väter die erst nach hause kommen, wenn die Kinder schon schlafen und für die Kinder Fremde sind sind garantiert die Ausnahme, und ich hatte, obwohl ich Familienfinanzierer war immerhin eine so fest Bindung zu meinem Sohn, dass der sofort wieder zu mir zurück wollte, als seine Mutter mit ihm und der Schwester von Berlin nach Hamburg gezogen ist.

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  2. Und was ist wenn der Vater kein Interesse am Wechselmodell hat? Muss er dann trotzdem oder überlässt man dann dem Vater die Entscheidung? Aus der Praxis kenn ich „Wenn der Kindesvater nicht will kann man Ihn nicht zwingen denn das entspräche nicht dem Kindeswohl“.
    Der Kindsvater kann absagen wann er möchte und wieoft er möchte…die Kindsmutter steht in der Pflicht das der Umgang stattfindet….
    Mich würde nur mal Interessieren wie das in der Praxis aussehen soll bzw. gedacht ist da es sicherlich der eine oder andere Kindsvater nicht möchte .

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    1. Wenn der Vater nicht will, dann kann es daran liegen, dass er Angst hat, es zu probieren. Immerhin sagen 11% der Väter die keine Elternzeit nehmen, dass sie das tun weil sie es sich nicht zutrauen. Dann könnte man natürlich schauen woran das liegt, und ob man da dran etwas ändern könnte, wenn er aber partout nicht will, weil ihm sein Job vielleicht wichtiger ist, dann er ist halt ein Idiot und zahlt statt dessen Unterhalt.

      Was ändert das an der Frage, ob das Wechselmodell als Standard gut ist?

      Dann gibt er voraussichtlich 11 % Mütter, die weiterhin trotz Standard Wechselmodell mit dem alten Modell weiterleben können. Ist das nicht ein kleiner Trost für die Mütterlobby?

      Letztendlich gibt es aber wegen solcher Männer natürlich überhaupt keinen Grund den Standard nicht einzuführen.

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    2. Du machst hier einen denkfehler. Du gehst davon aus das die entscheidung die DR zu leben, oder auch nicht, für einen Elternteil getroffen wird. Das ist aber falsch. Diese entscheidung wird für die Kinder getroffen. So ist es nicht Sinnvoll, den theoretischen Vater der die DR nicht will, dazu zu zwingen. Denn er zeigt ja kein Interesse an mehr Umgang und dies würde sich wohl negativ auf das Leben in der DR auswirken.

      Auf der anderen Seite ist es aber durchaus sinnvoll die theoretische Mutter, die die DR nicht will obwohl keine gründe ausser ihre eigene Meinung vorliegen, dazu zu zwingen dieses Modell zu leben. Denn soo werden die Kinder aus dem loyalitätskonflikt genommen, bekommen eine auszeit beim Vater in der sie keine rücksicht auf Bindungsintollerante eltern nehemen müssen und dürfen einfach Kind sein.

      So siehst du also, in beiden fällen profitiert das Kind, ob die Eltern nun profitieren oder nicht, ist völlig irrelevant.

      Aber, und das freut mich, du hast gezeigt das es dich mehr Interessiert DEINE rechte zu wahren, als das Kindeswohl. Wenigstens bist du ehrlich 😉

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  3. Ehrlich gesagt habe ich schon lange nicht mehr so viel Quatsch auf einmal gelesen!
    Wenn Mutter, Vater UND Kind für das Wechselmodell sind finde ich das ja völlig ok, aber ansonsten ist das unzumutbar.
    Ich glaube dass viele Väter sich mal überlegen sollten ob das wirklich gut für das Kind ist in zwei Wohnungen zu leben. Jede Woche sich wieder umstellen und das Gefühl haben zu müssen kein zu hause mehr zu haben. Das ist doch schrecklich. Und jetzt mal im Ernst,was sind das für Wahrheiten? Mein Kind wird im schlimmsten Fall ein Terrorist? Ist das ihr ernst? Vllt sollte man sich doch nochmal besser informieren und nicht die (angeblichen)Vorteile für Mutter oder Vater erörtern, sondern bei den Vorteilen für das Kind bleiben. DARUM geht es nun mal!

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    1. Oh wenn sie größeren quatsch lesen wollen, kann ich ihnen das hier empfehlen:
      http://www.huffingtonpost.de/carola-fuchs/wechselmodell-per-gerichtsbeschluss—ein-paradoxon_b_8756448.html

      Was die Frage angeht ob es für das Kind gut ist: einfach nochmal beispielsweise die Punkte 2, 5, 7 und 12 lesen. Auch wenn natürlich im Grund genommen alle Frage der Altersarmut der Mutter ebenso wichtig für das Kind sind, weil sie sich dann nicht so verantwortlich für ihre Mutter fühlen müssen.

      Für die Kinder ist der wöchentliche Wechsel in der regel okay. Sie haben nicht „kein Zuahuse“ sondern „zwei Zuhause“. ich habe auch das jahrelang getan und ich kenne einige Familien die das tun, wo Mama das teilweise vorher auch nicht gut fand. Da halten die Kinder das mit den zwei Wohnungen auch nicht für ein Problem.

      Solange Mama nicht jede Woche Pipi in den Augen hat, weil „ihre“ Kinder nicht mehr in ihrer Obhut sind, und somit für die Kinder ein emotionales Drama daraus macht, ist das total okay für Kinder.

      Dass sieht man in Länder, wo das Wechselmodell Standard ist und wo es sich für Mama auch nicht lohnt dieses Modell durch emotionale Ausbrüche zu boykottieren, weil dann eben eher ihre Bindungstoleranz in Frage gestellt wird. In solchen Ländern wird dann auch bei Mißbrauchsvorwürfen durchaus wieder etwas genauer hingeschaut (weil die gerichte sich nicht mit so vielen Unnötigen Fällen beschäftigen müssen), und wo die erfundenden Missbrauchsvorwürfe negative Konsequenz für den „Erfinder“ hat.

      Ab einem gewissen Alter werden sich die Kinder vermutlich dann für eine Wohnung entscheiden, aber auf das hat nur damit zu tun, dass in der Pubertät die Peer Groups relevanter werden.

      Selbst dann haben die Kinder eine bessere Bindung zu beiden Eltern als Residenzmodell Kinder und sie haben eine Basis aufgrund der sie sich entscheiden können.

      Aber ich kann natürlich verstehen, dass es schon schwer sein muss wenn Mama plötzlich sogar auf der Spiegel-Titelseite als Erziehungsinstanz in Frage gestellt wird. aber damit werden Sie leben lernen.

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    2. Hallo Sabrina,

      Sie sind es anscheinend gewohnt sich erfolgreich schadfrei zu halten.
      Es ist widersprüchlich, wenn Sie einerseits darauf insistieren, es mögen die Kinder mitentscheiden und andererseits den Vätern auftragen denen das abzunehmen. Es ist nicht nur widersprüchlich, wenn Sie dem Kind (subtil oder offen, egal) vermitteln, es würde hin- und hergerissen werden und dem Vater vorgeben dies als von (Mutter) Gott gesagt gefälligst so hinzunehmen, sondern kennzeichnend, wenn Sie mit solchen Aussagen an Vater und Kind delegieren einen Konflikt zu lösen, in dem Sie selbst mittendrin stecken, dies aber nicht erkennen (können/wollen).
      Im Zusammenhang mit Ihrer grundsätzlichen und nicht hinterfragten Ablehnung („Quatsch“), vermitteln Sie von sich selbst ein Bild, das frei scheint, von einem ausgeprägten und geeigneten Konfliktlösungskonzept, das sämtliche Einzelinteressen berücksichtigt und insbesondere das Kind im Fokus hat. Ihnen geht es nicht um das Kind, das eines lieben Tages eigenständig sein soll, sondern um Ihr Kind, das Ihnen auch dann noch zu Dank verpflichtet ist, wenn Sie auf dem Sterbebett liegen.

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    3. Das habe ich getan. Ich bin sogar noch einen schrit weiter gegangen. Anstatt nur theoretische überlegungen anzustellen, habe ich es ausprobiert. Und siehe da, die Kinder finden es toll, sind glücklich, zufrieden und alles ist in Butter. Nur Mutti, die mag das nicht, aber, das ist das schöne am ASR, das muss mich nicht mehr kümmern.

      Ich regel es so, wie es für die Kinder am besten ist. Denn, im gegensatz zu den meisten „Damen“, ist mir das Wohl der Kinder wichtiger als meine eigenen befindlichkeiten!

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    4. Hallo Sabrina, was bedeutet denn Zuhause? Und wieviel Zuhause braucht ein Kind?

      Viele denken Zuhause sei ein Ort und folgern daraus, dass Kinder einen festen Wohnort brauchen. Das ist aber falsch! Zuhause ist der Ort an dem man Geborgenheit findet und für Menschen (insbesondere Kinder) bedeutet dies vor allem soziale Bindung und Schutz durch andere Menschen (vor allem durch die eigenen Eltern). Bei beiden Eltern leben zu können und von beiden Eltern beschützt zu werden bedeutet daher für Kinder mehr Geborgenheit, Schutz und Sicherheit.

      Den Nachteil, dafür ggf. das Lieblingskuscheltier immer mitnehmen zu müssen, wenn man von Papa wieder zu Mama wechselt ist dabei ein vernachlässigbar kleiner Nachteil, dafür dass man spüren darf zwei starke Eltern als Beschützer hinter sich zu haben. Außerdem, im Residenzmodell mit Wochenendumgang muss man mindestens genauso häufig zwischen Papa und Mama hin und her wechseln.

      Warum Deine Annahme (Kinder bräuchten ein einziges räumlich festes Zuhause) fehl geht, zeigt auch das Beispiel Urlaub. Kinder fahren gerne zusammen mit Eltern in den Urlaub. Niemand käme auf die Idee zu sagen, die Eltern sollten lieber jedes Jahr alleine in den Urlaub fahren, damit die Kinder in ihrer sicheren Umgebung Zuhause verbleiben können. Hast Du Kinder? Wenn ja dann frage sie doch mal, ob sie nächstes Jahr in den Ferien lieber Zuhause bleiben wollen und dort z.B. von der Nachbarin versorgt werden wollen während Du in den Urlaub fährst. Erzähle ihnen es sei zu ihrem Besten, damit sie in ihrem gewohnten Zuhause bleiben können und sich nicht auf eine Ferienwohnung oder Hotel umstellen müssen und nicht ihre Lieblingsspielzeuge einpacken müssen. Ich bin sicher, Deine Kinder machen Dir sehr schnell kar, was ihnen wichtiger ist.

      Denn DARUM geht es nun mal!

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  4. So ich habe mal den Dschihadisten-Teil rausgenommen und gegen eine Erkenntnis der Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert aus einer aktuellen Spiegel Online-Veröffentlichung ausgetauscht, die Frage ob Quality Time oder Quantity Time ist vermutlich wichtiger.
    Auch wenn es schon bezeichnend ist, wenn vaterlose Kinder beeinflussbarer für solche Strömungen sind, ist es natürlich auch möglich das Kinder sich eine positive Vaterfigur in der Außenwelt suchen.

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